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Hückelhoven
Spannende Kontraste im Fotovergleich

Hückelhoven: Spannende Kontraste im Fotovergleich
Auf den besonderen Blickwinkel kommt es an: Die Fotoschau in Ratheim ist heute noch geöffnet. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Der Fotoclub Hückelhoven bietet in seiner Ausstellung im Alten Rathaus in Ratheim wieder eine facettenreiche Auswahl hochklassiger Arbeiten an. Von der besonderen Stadtansicht bis hin zu interessanten Studien von Wassertropfen. Von Willi Spichartz

"Weglassen bis alles übrig bleibt!" Das Geheimnis guter Fotografie, formuliert vom Düsseldorfer Fotografen Thomas Stelzmann, steht über der jüngsten Ausstellung des Fotoclubs Hückelhoven, über der wiederum der Titel thront "...im Fokus", die nach dem Wochenende noch am heutigen Dienstag im Kulturzentrum Altes Rathaus in Ratheim zu sehen ist.

Fotoclub-Vorsitzender Heinz Beckers zitierte Thomas Stelzmann zur Eröffnung der Ausstellung am Freitagabend, zu der er gut drei Dutzend Interessenten begrüßen konnte und die von genau einem Dutzend der Vereinsmitglieder mit jeweils mehreren Werken bestückt wurde. Auch Vertreter von befreundeten Fotoclubs aus Belgien und den Niederlanden waren angereist.

Heinz Beckers flocht in seine Begrüßung einen Dank an die Stadt Hückelhoven für die immerwährende Bereitstellung des Kulturzentrums und die Altmyhler Firma Franz Stahl für den Blumen-Schmuck der Ausstellung ein.

Beckers stellte der Ausstellung die Grundfrage der Fotografie überhaupt voran: "Wie sieht ein gutes Foto aus?" Und er stellte mehrere Möglichkeiten dazu in den Raum, die sich alle um die These drehten, dass beispielsweise die Frage der Blende nicht die dessen sei, was man an Informationen in ein Bild hineinbekomme, sondern was man weglasse, "weniger ist mehr". Einen weiteren grundlegenden Aspekt zitierte Heinz Beckers nach dem großen Fotografen Robert Capa (1913 - 1954) mit der These: "Sind Deine Bilder nicht gut, warst Du nicht nah genug dran!"

Und dass die Fotografen überwiegend "nah genug dran waren", belegten die weit mehr als 100 Werke eindrucksvoll, sowohl die farbigen als auch die in der Zahl geringeren Schwarz-Weiß-Fotos selbst dann, wenn große Industriebauten oder Wohngebäude wie eines der Kölner Kranhäuser im alten Hafen abgelichtet wurden.

Sind in der Fotografie Kontraste an sich schon spannend, macht die Ausstellung die Spannung deutlich, die dann entsteht, wenn zwei Fotografen das gleiche Motiv wählen. Günter Passage taucht die Hohenzollernbrücke in Köln von der Deutzer Uferseite aus aufgenommen in warmes Gold, der Dom erscheint klar-hell. Heinz Beckers stellt das gleiche Motiv ganz in ein einheitlich schimmerndes Blau, fast unwirklich, in jedem Fall geheimnisvoll-schön.

Reiner Krauß zaubert tänzerische Tropfen aufs Foto-Papier, die magnetisch gesteuert ins Wasser fallen und eigene Gebilde hochschießen lassen - die Technik der Motivbearbeitung.

Jedes einzelne Bild der Ausstellung ist den Blick wert. Beteiligt mit beachtlichen Arbeiten sind weiterhin Dieter F. Grins, Adrian Schmitz, Dorothe und Klaus Flaskamp, Bodo Schwellnus, Elvira Kühl, Heinz Hüsgen, Dr. Hans-Uwe Steinberger und Reinhard Poth.

Quelle: RP
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