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Hückelhoven
Spannungsreich und doch harmonisch

Hückelhoven: Spannungsreich und doch harmonisch
Gertrud Schaefer und Willi Arlt bei ihren Arbeiten, die derzeit in der Galerie Eesdron ausgestellt sind und nach Vereinbarung besichtigt werden können. FOTO: Jörg Knappe
Hückelhoven. Skulpturen und Stahlbilder von Gertrud Schaefer und Willi Arlt sind derzeit im Künstlertreff Galerie Eesdron zu sehrn. Beide Künstler pflegen einen gestalterisch-experimentellen Umgang mit ihren Materialien. Von V0n Stefanie Mosburger-Dalz

Die Galerie/Künstlertreff Eesdron in Millich eröffneten jetzt eine Gemeinschaftsausstellung, die den gestalterisch-experimentellen Umgang mit Material auf unterschiedliche Weise auslotet.

Auf Postamenten präsentiert die Heinsberger Künstlerin Gertrud Schaefer Objekte aus Steingut und Porzellan, die an Formen aus der Bionik erinnern. Wie Quallen, überdimensionierte Samenkapseln oder Korallenformationen muten diese Körper an - ungewohnt und rau, mit kunstvollen Oberflächen, Tentakeln, bewegten Konturen, lebendig sehen sie aus, diese Kunstwerke.

Dabei geht es Schaefer gar nicht um Naturdarstellung. Sie experimentiert voll Raffinesse mit dem Material um herauszufinden, was man damit alles machen kann. So schafft sie die natürlichen Formen durch aufschichten feinster Lagen mit Materialien, die beim Brennen unterschiedliche Spannungen erzeugen.

So trägt sie etwa Keramikmasse auf schwarzem Ton auf und erzeugt so spezielle Oberflächen oder versieht das Objekt mit floralem Dekor, das die Historie der Porzellankultur augenzwinkernd mitassoziieren lässt und gleichsam die Analogien zu Formen der Natur nutzt, etwas Artifizielles, gänzlich Inszeniertes zu erhalten.

Experimentell arbeitet auch Willi Arlt aus Geilenkirchen bei seinen Wandbildern aus Stahl. Er hat einen ganz wörtlichen Ansatz und arbeitet mit Sinnbildern, die durch den Titel bekräftigt werden. So zeigt ein Bild unter dem Titel "eingegrenzt-ausgegrenzt" zwei auf einer Stahlschiene angeordnete Figurengruppen, die zueinander im Kontrast stehen, als Vertreter der ersten und der Dritten Welt. Der Bildraum wird mit Essig gestaltet, etwa Wasser wird so durch Wischungen dargestellt, andere Elemente durch Spritzungen oder aufgeschweißte Bildelemente, aufgebrachte Späne, Holz, Lehm, oder Gips. Durch die Materialien und die Korrosion strahlen die Bilder eine unglaubliche Wärme aus. Ein großer Faktor für die Korrosion ist die Zeit.

Zu Arlts Bildsprache gehören immer wieder die menschliche Gestalt in Haltungen und Lagen, die eine Szene darstellen oder eine Handlung sichtbar machen, die symbolisch zu lesen ist. Das Gesamtbild der Ausstellung ist durch die Unterschiedlichkeit in Materialität und Darstellungsstrategie spannungsreich und gleichzeitig erstaunlich harmonisch.

Quelle: RP
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