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Hückelhoven
Spaß auf der "Generationsbrücke"

Hückelhoven: Spaß auf der "Generationsbrücke"
Neben dem gemeinsamen Singen und Malen stehen auch Spiele auf dem Programm, wenn die Kinder ihre neuen Freunde im Altenheim besuchen. FOTO: ewl
Hückelhoven. Im Rahmen des Projekts besuchen Kindergartengruppen ein Jahr lang regelmäßig das Lambertus-Seniorenheim und kommen alten Menschen nahe. Von Eva Weingärtner

Ala vom Katholischen Kindergarten St. Lambertus Hückelhoven wirft einen roten Luftballon zu Else, Bewohnerin der Alteneinrichtung der Lambertus gGmbH. Diese wirft ihn zurück. Genauso machen es die anderen Kinder auch. Jedes hat eine Partnerin aus der Einrichtung. Schließlich werden die Ballons wieder eingesammelt, damit die Bewohnerinnen keinen Muskelkater bekommen. Es wird gemeinsam gesungen. Alle haben Spaß.

Es ist das erste Mal, dass Benjamin, Thomas, Ala, Loresa und einige andere Kinder der Frosch- und Mauwurfgruppe des Kindergartens, begleitet von den Erzieherinnen Kathrin Dickmann und Andrea Spix, die Bewohner besuchen. Diese haben sich im Restaurant der Einrichtung versammelt. Jedem Kind wird eine Bewohnerin zugeteilt. Auch Günter van Ool vom Sozialen Dienst bei Lambertus und Anne Hochgürtel, Leiterin des Projekts "Generationsbrücke Deutschland", erwarten bereits die Kinder. Hochgürtel ist keine Unbekannte im Haus, startete sie doch genau vor einem Jahr mit anderen Kindern des Kindergartens und anderen Bewohnern das Projekt. Einzig der kleine Thomas ist das zweite Mal hier, da er eine sehr enge Beziehung zu Johanna, seiner "Ersatzoma", entwickelt hat und sie regelmäßig besucht. Anne Hochgürtel dagegen ist das letzte Mal in der Einrichtung. Von nun an werden Günter van Ool und Kathrin Dickmann die Begegnungen leiten. Hochgürtel hat ihnen das notwendige Rüstzeug mitgegeben.

Bei dem Projekt "Generationsbrücke Deutschland" geht es darum, dass regelmäßige Begegnungen zwischen den Bewohnern und Kindern stattfinden mit dem Ziel, durch gemeinsames Singen, Spielen, Basteln und Erzählen bestehende Vorurteile und Berührungsängste abzubauen, einander wertzuschätzen und gemeinsam Lebensfreude zu haben. Beide Seiten gewinnen dabei. Für die alten und pflegebedürftigen Menschen ist der Besuch der Kinder eine Abwechslung im Alltag. Zudem werden ihre Fähigkeiten gefördert und gefordert. Sie erhalten Zuwendung und Anerkennung. Die Kinder erleben ebenfalls seitens der Bewohner Wertschätzung, Herzenswärme und Zuneigung. Gleichzeitig profitieren sie von der Lebenserfahrung der Senioren und lernen das Alter mit all seinen Facetten kennen, wozu auch Pflegebedürftigkeit und Demenz zählen.

Die Kinder werden von nun an monatlich für ein Jahr die Bewohner aufsuchen. Darauf wurden sie im Vorfeld vorbereitet. "Es gibt immer ein gleichbleibendes Begrüßungs- und Abschiedsritual mit Liedern", erklärt van Ool. Bei den Aktivitäten spielen die Jahreszeiten und Feste ein Rolle, sagt van Ool.

Dieses Mal jedoch geht es um das gegenseitige Kennenlernen. Die Bewohner sollen die Hände der Kinder ummalen und die Kinder die Hände der Bewohner. Hierfür müssen sie alle den Sitzkreis verlassen und sich an Tische setzen. Die Kinder schieben die Rollstühle oder helfen beim Gehen mit den Rollatoren. Hände werden ausgemalt und das Bild mit Namen versehen. Zur Erinnerung erhält jeder das Bild mit der Hand des anderen.

Quelle: RP
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