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Hückelhoven
St. Barbara zählt nur noch 29,4 Prozent der Katholiken in der Stadt

Hückelhoven. Mit dem florierenden Bergbau wuchs die Zahl der Einwohner und mit ihr die Anzahl der Katholiken. Deren Zahl entwickelte sich nach dem Aus für Sophia-Jacoba wieder rückläufig. So sieht die Bergarbeiterkirche St. Barbara ihrem endgültig letzten Gottesdienst entgegen. Ihre Entwidmung hat das Bistum Aachen ebenso genehmigt wie die Entwidmung des Hauses der Begegnung in Ratheim und der Kirche in Schaufenberg.

Ein Blick in die Statistik: Hückelhoven hatte 1919 - Sophia-Jacoba stand am Beginn seiner Entwicklung - 860 Einwohner, davon 675 (78,5 Prozent) Katholiken. 1928 waren es 4298 Einwohner, davon 2269 (52,8 Prozent) Katholiken. 1928 war das Jahr, in dem der frisch ernannte Hückelhovener Pfarrer Gerhard Frenken vom Bischof den Auftrag erhielt, den Bau einer zweiten katholischen Kirche im explodierenden Bergbauort zu planen.

1935 zählte man in Hückelhoven 2868 Katholiken, von denen 1233 zur alten Lambertus- und 1630 (57 Prozent) zur neuen Barbara-Pfarre gehörten. 1955 wies St. Lambertus mit 1500 Seelen genau die Hälfte der Barbara-Gemeinde, 3000, auf, also 33,3 zu 66,7 Prozent, das war der größte Unterschied zwischen den Pfarreien. 1985 sah das schon ganz anders aus, St. Lambertus zählte mit 2935 Gläubigen 60,7 Prozent der Innenstadt-Katholiken, St. Barbara mit 1900 nur noch 39,3 Prozent. Im Oktober 2009 zeigen sich die Zahlen noch ganz anders, es gibt in der Hückelhovener Innenstadt nur noch 3936 Katholiken insgesamt, davon in St. Barbara mit 1157 nur noch 29,4 Prozent, während in der Stammpfarre St. Lambertus 2779 Gläubige oder 70,6 Prozent leben.

Nachdem die Finanzen abgeklärt waren, begannen Bergleute am 19. Februar 1933 mit den Ausschachtarbeiten per Hand, nachdem Pfarrer Frenken, auch per Hand, den 1. Spatenstich getan hatte. Der Grundstein wurde am 25. Juni gelegt. Heiligabend 1933 war ein besonderer Tag - es war der 4. Advent und der Weihetag der Kirche, den Gerhard Frenken und Dechant Olbrück aus Linnich mit einer Messe feierten. Seine erste Messe als erster Pfarrer an St. Barbara feierte Friedrich Dinstühler am 21. Januar 1934.

Zum Abbau der Kohle in Hückelhoven verlief die Entwicklung der Katholiken parallel - aufsteigend und absteigend. St. Barbara steht nun zum Verkauf, an Heiligabend (Jugendmesse) haben "die letzten Male" begonnen. Letztmalig dürfen die Barbaraner am Dienstag und Mittwoch, 2. und 3. Februar, jeweils um 15 Uhr im Pfarrsaal Frauenkarneval feiern, dann ist an diesem Ort "Schluss mit lustig". Das Katholische Forum bleibt mit Angeboten noch an der Brassertstraße, sucht aber auch nach neuen Räumen.

(isp)
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