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Hückelhoven
Training hilft, den Anschluss im Matheunterricht nicht zu verlieren

Hückelhoven. An den Grundschulen in Baal und Brachelen werden Kinder, denen Rechnen schwer fällt, erfolgreich gefördert. Nun will die Stadt das Projekt auf alle Grundschulen als Bestandteil der OGS ausweiten. Von Gabi Laue

Wenn Kinder nach der Schuleingangsphase noch Rechenaufgaben mit den Fingern abzählen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) entwickelt. Schüler, die sich im "großen Zahlenraum" nicht zurechtfinden, können im normalen Klassenunterricht nicht genügend unterstützt werden. Eine gezielte Förderung solcher Kinder hat die Stadt Hückelhoven in Baal und Brachelen eingerichtet. Das Projekt war dort so erfolgreich, dass es nun auf Beschluss des Stadtrates schrittweise auf alle anderen Grundschulen im Stadtgebiet ausgedehnt werden soll.

Die Förderung von Erstklässlern mit Lese-/Rechtschreibschwäche war an einigen Offenen Ganztagsschulen schon erfolgreich eingeführt. Ein ähnliches Projekt sollte bei Rechenschwäche für Lernerfolg sorgen. Lerntherapeutin Mali Berger und Christoph Bürger, Fachbereichsleiter Mathematik für die Grundschulen im Kreis Heinsberg, entwickelten ein Training, das im Schuljahr 2013/14 an der Mühlenbachschule Baal startete und ein Jahr später auch in Brachelen angeboten wurde. Grüppchen von je vier Kindern sollten in intensiver Betreuung - parallel zum Regelunterricht vormittags - spielerisch lernen, Zahlen und Mengen besser zu erkennen und einzuordnen.

Zum Ende dieses Schuljahres werden Erfahrungen von sieben Übungsgruppen und 30 Kindern vorliegen. Belegt ist bereits, dass die meisten geförderten Kinder den Anschluss an den Matheunterricht finden. Und in Baal ist die Zahl der Anträge auf Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder laut Verwaltung erheblich zurückgegangen.

Erfahrungen aus dem Projekt präsentierten Mali Berger und Christoph Bürger im Schulausschuss. Demnach suchen Lehrerinnen und eine Sonderpädagogin die Kinder aus, nachdem sie sie sechs Wochen nach der Einschulung beobachtet haben. Wenn Basisfähigkeiten fehlen, können die i-Dötzchen in Mathe nicht weiterkommen. "Zahlen nach Größe sortieren oder rückwärts zählen können nicht alle", nannte Mali Berger ein Beispiel. Das gilt auch fürs Konzentrieren und Zuhören oder das Anpassen an die Kleingruppe. Die Kinder zeigten große Unterschiede in Entwicklungsstand, Verhalten und Auffassungsvermögen. So wurde das Training immer wieder an das einzelne Kind angepasst. Bürger erstellte dazu viele Übungen. Manche brauchten nur einen kleinen "Anschub" und konnten den Platz für ein anderes Kind freimachen. Andere Kinder benötigen mehr Zeit oder weitere Unterstützung: "Oft sind Lücken in den mathematischen Basisfertigkeiten nicht die einzige Baustelle." Der größte Teil der Kinder aber fand innerhalb eines Jahres Anschluss an den Matheunterricht.

Quelle: RP
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