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Hückelhoven/Wassenberg
Unternehmer schafft 800 Arbeitsplätze

Hückelhoven/Wassenberg: Unternehmer schafft 800 Arbeitsplätze
An der früheren Kohlenwäsche im Industriepark Rurtal zwischen Hückelhoven und Wassenberg entsteht das Distributionszentrum des Internethändlers Jago, das etwa 500 Meter lang und 250 Meter breit wird. Entstehen sollen rund 800 Arbeitsplätze, teilte Unternehmensgründer Goran Jakovac gemeinsam mit Investorenvertreter Fred-Markus Bohne mit. Interessant ist die Fläche für Jago auch durch die künftig gute Verkehrsanbindung über die L 117n/Umgehung Ratheim. FOTO: Laaser, Jürgen (jl)
Hückelhoven/Wassenberg. Schon in der kommenden Woche beginnen im Ratheimer Industriepark Rurtal die Arbeiten für ein großes Logistikzentrum der Jago AG auf rund 120 000 Quadratmetern Grundfläche. Freude über ein "Leuchtturmprojekt". Von Angelika Hahn

Stolz und Freude im Gesicht des Hückelhovener Bürgermeisters waren unübersehbar, als Bernd Jansen gestern ein "Leuchtturmprojekt" für den Industriepark Rurtal vorstellte. Hinter der ehemaligen Kohlenwäsche zwischen Ratheim und Wassenberg werden schon Montag die Bagger für die Neuansiedlung des international operierenden e-Commerce-Unternehmens Jago anrollen. Gestern wurde die Teilbaugenehmigung für den ersten von vier Bauabschnitten ausgehändigt. Auf 190 000 Quadratmetern Grundstücksfläche entsteht ein Logistikzentrum, das in zwei Jahren 800 Arbeitsplätze bieten soll, wie Firmengründer und Vorstand Goran Jakovac gestern im Hückelhovener Rathaus ankündigte. Jansen sprach von der "größten Logistik-Baustelle Deutschlands", die in Ratheim entstehe.

Von dem neuen Arbeitgeber werden neben Hückelhoven und Wassenberg - auf Wassenberger Stadtgebiet liegt eine Teilfläche von 10 000 Quadratmetern - Wirtschaft und Arbeitsmarkt im gesamten Kreisgebiet profitieren, war sich der scheidende Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis (WfG), Dr. Joachim Steiner, sicher. Ebenso begeistert zeigte sich Bürgermeister Manfred Winkens aus Wassenberg: "Die Ansiedlung wertet die Region auf."

Bürgermeister Jansen (4.v.l.) und Jago-Chef Goran Jakovac (3.v.r.) mit der Baugenehmigung - umringt von den an der Neuansiedlung Beteiligten. RP-Fotos: Laaser FOTO: Laaser, Jürgen (jl)

Wer ist nun die Jago AG? Firmengründer Goran Jakovac umreißt eine Bilderbuchkarriere. "Vor zehn Jahren habe ich selbst noch Pakete gepackt", erzählt er. Dann Stichworte seiner Biografie: Emigrantenkind aus einer Arbeiterfamilie in Braunlage/Harz, Abitur, kaufmännische Lehre, kurze Zeit angestellt. Dann die Selbstständigkeit mit imponierender Expansion: Heute beschäftigt das Unternehmen mit Stammsitz in Stuttgart weltweit 500 Mitarbeiter, hat in zehn Jahren des Bestehens mehr als 100 Millionen Euro Umsatz gemacht. Jago, aktiv in 29 europäischen Ländern, vertreibt unter anderem in seinem Shop www.jago24.de Artikel aus den Bereichen Home & Garden, Heimwerken, Freizeit und Fitness, Tierbedarf und Spielzeug. Und Jakovac strotz vor Selbstbewusstsein: Wachstum um 30 bis 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren ist fest eingeplant. Um weiter zu expandieren, sei der Bau eines neuen Logistikzentrums erforderlich gewesen, sagte Jakovac. Der neue Standort Hückelhoven überzeugte aufgrund seiner zentralen Lage.

Dabei waren zwei Faktoren ausschlaggebend. Das Unternehmen lässt seine Waren (Eigenmarken) hauptsächlich in Asien produzieren und mit Containerschiffen transportieren. Die Nähe zum etwa 30 Kilometer entfernten Containerhafen in Born (NL) mit Anbindung an die Häfen in Rotterdam und Antwerpen führt gegenüber anderen Standorten mit Hafenanbindung im Ruhrgebiet zu wesentlich geringeren Transportkosten. Außerdem war der für Herbst absehbare Baubeginn der L117n und damit die Aussicht auf eine direkte Autobahnanbindung eine Voraussetzung für die Standortentscheidung, hieß es.

Neben dem Jago-Vorstand saßen gestern auch wichtige Kooperationspartner mit am Tisch: Denn Investor des Projekts auf der Fläche, die etwa hälftig der Stadt und der EBV-Tochter Schäfermeyer GmbH gehört (für die Peter Ponthöfer gekommen war), ist Panattoni Europe, Entwickler von Logistikimmobilien. Der für das Projekt einen "hohen zweistelligen Millionenbetrag" investiert hat, wie Fred-Markus Bohne und Felix Zilling von Panattoni betonten. Interessant ist die Bauweise in zwölf separaten Einheiten, die theoretisch jeweils auch eigenständig zu vermarkten wären. Im März schon soll der erste Bauabschnitt mit 40 000 Quadratmetern Grundfläche bezugsfertig sein. Viel Lob hörten Stadt Hückelhoven und WfG für die gute Zusammenarbeit und zügige Erteilung der (Teil-)Baugenehmigung innerhalb von nur fünf Wochen.

Quelle: RP
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