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Hückelhoven
Viel Bewegung in Wärme, Strom und Gas

Hückelhoven: Viel Bewegung in Wärme, Strom und Gas
Christoph Langel an der "WEP-Stromtanke" in FOTO: Laaser, Jürgen (jl)
Hückelhoven. Mit dem Wandel Hückelhovens von der Zechenstadt zum Handelszentrum hat auch die Wärme- Energie- und Prozesstechnik (WEP) eine enorme Entwicklung hingelegt von der Kohle zur Biomasse. Schon 3500 Fernwärmekunden. Von Gabi Laue

Jedes dritte Haus in Hückelhoven ist bereits an das Fernwärmenetz der Wärme-, Energie- und Prozesstechnik angeschlossen. Pro Jahr gehen um die 250 Neukunden ans Netz. Damit spielt die WEP bundesweit in der Liga der Spitzenreiter der Energieerzeuger aus Biomasse. "Mit den Anlagen, die wir haben, könnten wir ganz Hückelhoven regenerativ versorgen", sagt technischer Geschäftsführer Christoph Langel. "Jede Einzelentscheidung ist wichtig, um die Umwelt nachhaltig zu entlasten." Mit jedem Fernwärmeanschluss würden fünf bis sechs Tonnen CO2 jährlich eingespart.

"Das Ziel, die Stadt dezentral und regenerativ zu versorgen, rückt stückchenweise näher", erklärte Langel im Gespräch mit der Redaktion. So webt die WEP weiter am Netz. Hilfarth und Doveren werden als neue Fernwärme-Gebiete erschlossen. Für Hilfarth mit dem Neubaugebiet Ruraue ist eine kleine Biomasse-Anlage in Planung, in Doveren steht ein Spitzenlastkessel mit Kraft-Wärme-Kopplung und Gasmotor. Für ein Heizwerk in Kleingladbach ist im Frühjahr Baubeginn, zur nächsten Heizperiode soll es schon in Betreib gehen. Der Netzausbau in Ratheim-Krickelberg wird abgeschlossen, und in der zweiten Jahreshälfte wird die Anbindeleitung nach Wassenberg-Luchtenberg verlegt. Mit der Stadt Wassenberg hatte die WEP Ende Juni 2015 einen Gestattungsvertrag unterzeichnet. Hier sieht sie ein Potenzial von zehn Megawatt und stößt auf hohes Interesse bei Hauseigentümern. Ende März wird das neue Heizwerk am Zechenring in Betrieb genommen.

Allein im Vorjahr kamen 300 neue Fernwärmekunden hinzu. Ihre Häuser wärmt Energie aus dem Biomasse-Heizkraftwerk an der Sophiastraße. Kohle brennt hier schon lange nicht mehr. 2004 wurde das Kraftwerk auf Altholz umgestellt, 2007 kam das WAB-Kraftwerk für Frischholz hinzu. In Kleingladbach, 2015 als neues Gebiet verdichtet, entsteht in diesem Jahr ein kleines Heizwerk, das die Winter-Spitzen im Verbrauch absichert. Verdichtet wird das Wärmenetz innerstädtisch um den Wasserturm Klose-/Glückaufstraße herum. Ein separates Fernwärmenetz betreibt in Baesweiler-Setterich die WEP-Tochter EWV Baesweiler GmbH.

Das 1983 im Umfeld der Zeche Sophia-Jacoba gegründete Unternehmen liefert heute nicht nur Energie für die Region, sondern stellt sich mit Strom und seit 2015 auch Gas bundesweit breit auf. Die WEP liefert Strom und Gas von der Städteregion Aachen bis Rommerskirchen, von Grevenbroich bis Gangelt, von Nettetal bis Inden. Das Produkt LandStrom - mindestens 50 Prozent werden regional erzeugt - fließt wie auch LandGas auf einer Schiene von Emmerich bis Mainz, einige lokale Partner gibt es schon in Ostdeutschland. Die WEP vermarktet Strom direkt aus Biogas und Windenergieanlagen, beispielsweise den zwei Windrädern an der Autobahn bei Hückelhoven oder einer Biogasanlage bei Nörvenich, oder kauft Strom zu und liefert ihn an den Kunden. Insgesamt hat der regionale Energielieferant jetzt 17.000 Strom- und 1600 Gaskunden.

Einblick ins Kraftwerk gewährt die WEP beim Tag der offenen Tür im Mai, der mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Förderverein Schacht 3 ein Programm für Familien bietet. Größer als gewohnt aufgezogen wird 2016 der WEP-Stromlauf im September. Start und Ziel ist das Rathaus an der Parkhofstraße, Langel kündigte einen Rundkurs für Marathonis viermal durch die City, einen Bambini- und einen Staffellauf an. Ein herausragendes Event wird der für Juni angekündigte Besuch der 6. Wave-Trophy: 80 Teams mit je zwei Teilnehmern machen auf der E-Mobil-Rallye von Bremerhaven bis Genf Station an der "WEP-Stromtanke", wo sich 20 Autos nachts aufladen. Die Stippvisite der Null-Emmission-Fahrer - vom Tesla bis zum E-Bike - hat der Erkelenzer Elektrofahrzeug-Tüftler Norman Busch vermittelt. Die Wave passt zur WEP-Philosophie: Signal setzen für eine bessere Umwelt.

Quelle: RP
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