| 00.00 Uhr

Hückelhoven
Vom Löwen gebissen, an Feuer versengt

Hückelhoven: Vom Löwen gebissen, an Feuer versengt
Die Aufgaben waren verteilt auf die Helfer und die Mimen. Brian Mac Schuster (re.) - vom Löwen ins Bein gebissen - und ein weiterer "Verletzter" werden behandelt. FOTO: NICOLE PETERS
Hückelhoven. Verletzungen nach Streit im Kolosseum, Ohnmacht, Brandwunden und drohende Blindheit: 20 Schulsanitäter hatten nach ihrer Zeitreise ins alte Rom viele Aufgaben zu lösen. Spannender Wettbewerb auf dem Jugendzeltplatz Brachelen. Von Nicole Peters

Das weitläufige Gelände des Jugendzeltplatzes Ruraue bot beste Voraussetzungen für ein bedingungsloses Abtauchen in eine andere Zeit. Viele schattige Plätze sorgten für angenehme klimatische Bedingungen für die 20 Schulsanitäter von fünf Schulen des Kreises Heinsberg, um konzentriert zehn Erste-Hilfe- sowie zwei Spiel- und Spaßstationen bestmöglich zu bewältigen und somit nach einer Zeitreise in die heutige Zeit zurückkehren zu können.

Ein spannender Wettbewerb beim ersten Schulsanitätercamp des Jugendrotkreuzes (JRK) im DRK Kreisverband Heinsberg. Laut Information der Betreuer am zweiten von drei Tagen war die 20-köpfige Gruppe während einer Studienfahrt nach Italien unbeabsichtigt durch ein Zeitloch ins alte Rom gelangt, und alle mussten die zwölf Aufgaben lösen, um zurückkehren zu können. Dramatische Szenarien erwarteten die in Erster Hilfe oder zusätzlich als "Sanitäter in der Schule" ausgebildeten Schüler, bei denen sie ihr erlerntes Wissen anwendeten.

So gab es gleich mehrere Verletzte im Kolosseum: Eine Bisswunde vom Löwen in den Unterschenkel, Schürfwunden am Arm, eine stark blutende Schnittwunde am Hals und Ohnmacht. (Stoff-) Tier und (Spielzeug-) Schwert befanden sich noch am Ort. Ein lauter Schrei und zudem Rufe wie "Es hört nicht auf zu bluten" begleiteten den Vorfall, zu dem die insgesamt sechs gemischten Sani-Gruppen nacheinander kamen. Verbände und bei starken Blutungen Druckverbände legten die Sanis ebenso an wie sie Verletzte in die stabile Seitenlage brachten. Und im Anschluss an die Erstversorgung für stete Ansprache und Wärmeerhalt sorgten.

An einer weiteren Stelle hatte sich die jugendliche Darstellerin ihre Hand am offenen Feuer verletzt: Brandblasen zeugten von dem Missgeschick, und ein stetes Feuchthalten sowie Abkühlen mit Wasser bis zum Abklingen des Schmerzes waren angesagt. An einer weiteren Station galt es für die Schüler, einem bewusstlosen Priester mit Hilfe von Herz-Lungen-Wiederbelebung zu helfen. Ob das im alten Rom wohl auch so gut funktioniert hätte?

Jeweils ein Schiedsrichter schaute sich ebenso bei den Situationen Knochenbruch, Sturzverletzung oder kleine Schnittwunde die Leistungen der Probanden an und trug Punkte auf Wertungsbögen zusammen. "Es geht darum, dass die Jugendlichen das Gelernte im geschützten Rahmen anwenden können und unter sich sind", erläuterte JRK-Kreisleiter Carsten Kohnen, "und dass sie Spaß dabei haben." Ebenso sei der Austausch zwischen den Schulen bezüglich der jeweiligen Schulsani-Organisation wichtig. "Eine Praxis in dem Umfang haben die Schüler im Schulbetrieb nicht", betonte er. Ebenso trage das Camp mit dem Wettbewerb auf Kreisebene sehr zur Identitätsstärkung der jungen Sanitäter bei.

Teilnehmerin Lena (15 Jahre) beschrieb, dass Aufregung vor den Stationen da sei, wenn man noch nicht wisse, wie man an die Verletzung rangehe. Sobald sie die - natürlich gut geschauspielerte - Situation verstanden hatte, konnte sie sich aber relativ gut darauf einstellen. Und Brian Mac Schuster, DRK-Ansprechpartner vor Ort aus Geilenkirchen, empfand bei seinem Rollenwechsel als Verletztendarsteller nach, wie lang die Zeit bei fehlender Ansprache empfunden wird.

Den ersten Platz beim Wettbewerb der Schulsanis belegten schließlich Lena Rauschen, Michelle Winkens, Lars Bähr und Yannick Windeck. Platz zwei erreichten Saskia Wrede, Sarah Deffinger und Jan Knops. Und der dritte Platz ging an Melissa Pigorsch, Winnie Wirtz und Meik Biermanns.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hückelhoven: Vom Löwen gebissen, an Feuer versengt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.