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Hückelhoven
Von der Dunkelkammer bis Photoshop

Hückelhoven: Von der Dunkelkammer bis Photoshop
Die Exponate im Alten Rathaus in Ratheim zeigen einen Querschnitt der Arbeit von Heinz Beckers und ermöglichen den Ausstellungsbesuchern einen Einblick in seine besonderen Sichtweisen. FOTO: Jörg Knappe
Hückelhoven. So lässt sich die Retrospektive von 30 Jahren fotografischen Wirkens von Heinz Beckers auf eine einfache Formel bringen. Die beeindruckende Ausstellung war am Wochenende im Alten Rathaus in Ratheim zu sehen. Von Willi Spichartz

Das Alte Rathaus ist Heimstatt des Fotoclubs Hückelhoven, den wiederum Heinz Beckers als Vorsitzender leitet. Dass Heinz Beckers der "kreative Kopf" des von ihm mit gegründeten Fotoclubs in der ehemaligen Bergbaustadt ist, machte Clubkollege Dieter Grins in einer Einführung in das Gesamtwirken und das Ausstellungswerk deutlich. Die Exponate zeigten einen Querschnitt von Beckers Arbeiten, seine Möglichkeiten der Bildgestaltung und machte seine Sichtweisen anderen Menschen zugänglich.

Beckers habe zu Zeiten der Rollfilme in der Dunkelkammer und der heutigen Digitaltechnik mit PC und Drucker Bildserien geschaffen, die Geschichten erzählen. Die Qualität der Arbeit werde sichtbar an den zahllosen Preisen, die er in drei Jahrzehnten in renommierten Wettbewerben auch international gewonnen habe. Erfolge, die sicherlich auch den "eigenen Wegen" zuzuschreiben seien, die Heinz Beckers schon früh gegangen sei.

"Das fotografische Sehen und das Erkennen der richtigen Aufnahmesituation ist das wichtigste, um ein gutes Foto einzufangen. Die Technik sollte zweitrangig sein und nur der Unterstützung der gewollten Umsetzung dienen." Heinz Beckers legte seine Grundlagen und seine Motivation den gut 40 Interessenten an und in der Ausstellung, darunter der ehemalige Canthe-Kunstvereins-Vorsitzende Dr. Hans Latour, in kurzen Worten dar.

Den Worten folgten die Taten, das Getane in 30 Jahren in sprühender Vielfalt von Motiven, Sichtweisen, Techniken, Blickwinkeln, Formaten und Farben an den Wänden der Kunst-Kammer Altes Rathaus. Raffiniert ein Tunnel-Blick von unten auf die Rolltreppen einer U-Bahnstation in Schwarz-Weiß, unten leuchten zwei Technik-Signal-Lämpchen rot und grün, oben Vater und Sohn mit rotem Shirt und grünem Rucksack. Zu entdeckende Akzente.

Eine Trilogie bei Nacht in verwischten Farben und Linien - lange Belichtungszeit oder Photoshop? Betrachter müssen selbst entscheiden. Schmunzeln bei schelmischen Serien von Teller-Bestecken und Entchen auf dem Badewannenrand. Schöne Stillleben von bewegenden Flüssigkeiten, eine Mal-Farbpalette als Allegorie zur künstlerischen Fotogestaltung - die Ausstellung hätte ein paar Öffnungstage mehr verdient gehabt. Kreative Köpfe in der Kunst-Fotografie sind nicht häufig zu sehen.

Hat der Verein das Fördergerüst Schacht 3 der ehemaligen Hückelhovener Zeche Sophia-Jacoba in seinem Logo, schwarz-weiß, zeigt Heinz Beckers in Farbe und Bild-Gestaltung in Grau und blassem Rot das Gerüst vor Wolken und in einer Groß-Pfütze als Vergängliches und Vergangenes. Festgehalten durch Bilder, deren Technik vergänglich ist.

Quelle: RP
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