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Hückelhoven
"Was gesät wurde, das bleibt"

Hückelhoven: "Was gesät wurde, das bleibt"
Am Ostermontag wurde die letzte Messe in der Schaufenberger Pfarrkirche gefeiert. St. Bonifatius wurde teilentwidmet. FOTO: Jürgen Laaser
Hückelhoven. Nicht umsonst wurde der Ostermontag für die Teilentwidmung von St. Bonifatius ausgewählt. Von Philipp Schaffranek

Nach dem feierlichen Ostermontagsgottesdienst war es soweit. Symbolisch räumten die Pfarrer und Messdiener den Altar von St. Bonifatius Schaufenberg ab und löschten das Licht der Kerzen im Altarraum. In der damit teilentwidmeten Kirche beginnt nun die Bauphase. Voraussichtlich ab 2017 soll die Kirche ihre Pforte als erste ökumenische Grabeskirche in der Region Heinsberg öffnen und Platz für bis zu 3500 Urnen bieten.

Bei der Entwidmungsfeier am Ostermontag wurden nicht alle Kerzenlichter gelöscht. Die Osterkerze brannte als ein Zeichen für die Botschaft weiter, die Pfarrer Georg Kaufmann und der aus Aachen angereiste Domkapitular Rolf-Peter Cremer beim Entwidmungsgottesdienst vermittelten. Nicht umsonst war der Ostermontag für den Tag der Teilentwidmung ausgewählt worden. In der Gemeinde von St. Bonifatius werde ein neuer Weg gegangen. Wie genau dies aussehen wird, werde sich zeigen, sagte Pfarrer Kaufmann.

Die Teilentwidmung als Beginn dieses Weges verglich Domkapitular Cremer in seiner Predigt mit der Osterbotschaft. "Gott bleibt bei uns auf einem Weg in die Zukunft, den wir nur erahnen können", sagte Cremer. Zwar verlöre die Gemeinde etwas Gewohntes. Doch wie bei der Auferstehung Jesu sei mit diesem Verlust nicht alles vorbei. "Gott ist weiterhin da, Jesus ist weiterhin lebendig, hier in ihrer Gemeinde." Er schaute dabei in die Zukunft, lenkte aber auch den Blick auf die Vergangenheit, auf die zahlreichen Taufen, Gottesdienste, Erstkommunionsfeiern, Gebete und Ehrenamtlichen, die die Geschichte von St. Bonifatius geprägt haben. "Das was in den vielen Jahren hier gesät wurde, das hat Frucht getragen. Das bleibt." Passend dazu schimmerte das durch die bunten Glasfenster gefärbte Sonnenlicht im aufsteigenden Weihrauch über dem Altar.

Von dem gewählten Weg sind die Schaufenberger überzeugt. Ein neuer Weg biete eine Chance, war von den Besuchern des letzten Ostergottesdienstes zu hören. "Der Zulauf wird groß sein", ist Pfarrer Kaufmann sicher, dass viele Menschen an einem Urnenplatz in St. Bonifatius interessiert sein werden. Die künftige Grabeskirche werde ein Ort der Erinnerung. 20 Jahre lang wird eine Urne ihren Platz in der Grabeskirche haben. Danach können die Urnenkapseln in einer Kammer des geplanten Seerosenteiches im Pfarrgarten aufbewahrt werden. 800.000 Euro kostet der Umbau laut Gertrud Pacilli, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes Schaufenberg-Millich.

Der Gemeinde Schaufenberg bietet der Umbau den Vorteil, dass die Kirche für mindestens 20 weitere Jahre bestehen bleibt. Zudem werden in dem angrenzenden Pfarrheim, das ebenfalls bestehen bleibt, weiterhin Taufen und Gottesdienste gefeiert. Allerdings erhält die Gemeinde für den Unterhalt der Kirche keine Zuschüsse mehr vom Bistum.

Quelle: RP
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