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Hückelhoven
Werben für das Ehrenamt und Schwellenängste abbauen

Hückelhoven. Erstmals veranstaltete das St. Lambertus-Altenzentrum einen Präsentationstag für das Ehrenamt. Vier weitere Organisationen beteiligen sich daran. Von Daniela Giess

Mal wieder Kniffel spielen oder Dart, eine Begleitung haben für Spaziergänge, zusammen ins Theater: Bewohner des St. Lambertus-Altenzentrums an der Dinstühlerstraße haben auf kleine Pappkarten Wünsche notiert, die nun als Blätter an einem "Wunschbaum" hängen. Um diese Wünsche zu erfüllen, ist die Senioreneinrichtung mit insgesamt 80 Pflegeplätzen auf Ehrenamtler angewiesen. Beim ersten Präsentationstag für das Ehrenamt stellten sich aber nicht nur Heimleiter Marcel Ballas und sein Team vor, um weitere Ehrenamtliche anzuwerben. Auch die Caritas mit Tagespflege und Kleiderkammer, das Wohnprojekt Haus Schnorrenberg für Menschen mit Handicap, das katholische Jugendheim St. Lambertus sowie das Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum für den Kreis Heinsberg ließen sich in die Suche einbinden.

Es gehe darum, Schwellenängste abzubauen, betonte die städtische Ehrenamtskoordinatorin Petra Hudler, die die Präsentationspremiere im Lambertus-Altenzentrum organisierte. Unter dem Motto "Hier ist so viel für dich drin - soziales Engagement in unserem Quartier" machten sich Vertreter der verschiedenen sozialen Einrichtungen dabei auf die Suche nach neuen freiwilligen Helfern.

Marcel Ballas, der die Hückelhovener Einrichtung seit vier Jahren leitet, wollte dabei nicht den Fehler machen, die Erwartungshaltung zu hoch anzusetzen. "Wir gehen nicht davon aus, dass hier Busse mit Freiwilligen eintreffen. Alles, was sich heute ergibt, ist eine Win-win-Situation."

Davon geht auch Willi Jakobs aus. Beim Kaminabend des Lions-Clubs Selfkant kam der pensionierte Lehrer mit Ballas ins Gespräch, ließ sich begeistern für ehrenamtliches Engagement in Hückelhoven. Im Bereich "Junge Pflege" leben 20 Bewohner zwischen 18 und 50 Jahren - Schlaganfall- oder Multiple-Sklerose-Patienten, Unfallopfer, ALS-Kranke. Hier möchte sich auch Willi Jakobs künftig einbringen. Der ehemalige Pädagoge aus Gangelt kam mit Ehefrau Marion, nahm am Webkursus teil. "Sehr interessant" findet er die Vorstellung, sich hier, wo oft eine 1:1-Betreuung notwendig ist, ehrenamtlich einzubringen.

Nebenan im Caritas-Gebäude lädt Monique Schneider, die Leiterin der Lambertus-Tagespflege, zu einem Rundgang ein. Interessenten erzählt sie, dass hier jeden Tag gemeinsam gekocht werde nach den Wünschen der Senioren, im Sommer wird oft Fleisch auf den großen Grill gelegt. Auch das gemeinsame Einkaufen der Lebensmittel, die verarbeitet werden, gehört zum Tagesablauf der 13 Gäste, deren Familien auf diese Weise entlastet werden, während sie selbst nicht mehr einsam sind und mehr Lebensqualität genießen. Therapiehündin "Maggie" gehört Monique Schneider. Der Mischlings-Vierbeiner genießt die ausgiebigen Streicheleinheiten der Senioren, die sich über den tierischen Kontakt freuen.

Quelle: RP
 
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