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Hückelhoven
Zechen-Geschichte und neue Technik

Hückelhoven: Zechen-Geschichte und neue Technik
Rudi und Bärbel, die Stadt-Maskottchen, begrüßten fröhlich die Kinder beim Tag der offenen Tür. Im Barbarastollen (rechts hinten) und in den WEP-Biomasse-Kraftwerken gewannen die Gäste interessante Einblicke. FOTO: JÖRG KNAPPE
Hückelhoven. "Von der Kohle zur Biomasse und zum Elektromobil" lautet das Motto beim Tag der offenen Tür, den die WEP und der Förderverein Schacht 3 gemeinsam veranstalteten. Programm für die ganze Familie - Rosen für die Mütter. Von Daniela Giess

Der Bohrhammer surrt. Frank Sebastian-Krüger, ehemaliger Steiger der stillgelegten Steinkohlenzeche Sophia-Jacoba, erklärt den knapp 40 Teilnehmern seiner Führung seine frühere Arbeitswelt. Im Barbarastollen des beliebten Besucherbergwerks an der Sophiastraße erläutert er beim gemeinsamen Tag der offenen Tür des Fördervereins Schacht 3 und der benachbarten Wärme-, Energie- und Prozesstechnik (WEP), wie das Schwarze Gold unter Tage abgebaut wurde. Für eine kurze Zeit ist für den ehemaligen SJ-Angestellten und die Besuchergruppe, die seinen Ausführungen aufmerksam lauscht, fast alles wieder so wie früher. Vor 1997. Als der Kohlehobel noch nicht stillstand. Als Sophia-Jacoba noch "Maiblümchen" hieß. Als die alten Rahmengestelle im Streb dem modernen Schildausbau wichen.

Im Maschinenhaus gönnt sich Fördervereinschef Detlef Stab eine kurze Ruhepause mit frischem Erdbeerkuchen und einem Klecks Schlagsahne. Die Idee des WEP-Geschäftsführers Christoph Langel, gemeinsam zum Tag der offenen Tür einzuladen und etwas auf die Beine zu stellen, findet er prima. "Alt und neu zusammen, das ist doch gut", sagt Stab überzeugt. Und: "Wir haben hier eine sehr gute Kooperation, unser Miteinander funktioniert."

Zusammen mit Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen und Langel von der WEP hat er den Tag der offenen Tür am Vormittag eröffnet, dabei kurz an die Schließung des Bergwerks erinnert, die sich bald zum 20. Mal jährt. "Vielleicht werden wir dazu eine Veranstaltung organisieren, wir müssen uns mal Gedanken machen", sagt der Vorsitzende des Fördervereins nachdenklich.

Nebenan empfangen WEP-Geschäftsführer Langel und der technische Leiter Detlef Lengersdorf die Besucher. Weil Muttertag ist, werden orangefarbene Rosen - Orange ist die WEP-Farbe - an die Damen verteilt. 2004 fand ein Tag der offenen Tür bei der WEP statt, danach nicht mehr. "Es wurde mal wieder Zeit", schmunzelt Lengersdorf und nimmt die Gäste mit in die beiden Kraftwerke für Altholz und Frischholz, das aus einem Umkreis von 150 Kilometern aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien angeliefert wird. In der Wasseraufbereitung werden Schadstoffe aus dem Trinkwasser entfernt. Fünf Fernwärme-Netze werden von hier aus versorgt: das Stadtzentrum, Industriegebiet, der Bereich Schlee, Ratheim sowie das Werksgelände an der Sophiastraße. Rund 8100 Kunden beziehen Fernwärme, etwa 18.300 Strom und 1900 Gas. Für die Zirkuskinder vom Hückelhovener Gymnasium - die Mitglieder der Zirkus-AG unter der Leitung der Sportlehrerin Bianca Schiff - haben Langel und sein WEP-Team einen großen Kran aufbauen lassen. Auf dem ehemaligen Zechen-Areal schweben die Nachwuchs-Akrobaten des Circus Pepperoni, wie sich die Arbeitsgemeinschaft nennt, am Vertikalseil oder am Schwungtuch durch die Luft.

Die Jugendfeuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) präsentieren ihre Übungen, der Erkelenzer Tüftler Norman Busch zeigt seine Elektromobile. "Von der Kohle zur Biomasse und zum Elektromobil" lautet das bezeichnende Motto beim Tag der offenen Tür. Auch Stadt-Maskottchen Rudi, der Biber, und seine Freundin Bärbel sind vor Ort und verteilen fleißig Gummibärchen an die kleinen Besucher.

Quelle: RP
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