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Hückeswagen
100 Helfer sammeln wilden Müll ein

Hückeswagen: 100 Helfer sammeln wilden Müll ein
Etwa 100 Hückeswagener beteiligten sich am Samstag an der "Aktion saubere Stadt". Diese Gruppe war in der Innenstadt unterwegs, um Müll aufzusammeln. FOTO: Nico Hertgen
Hückeswagen. Bei strahlendem Sonnenschein startete am Samstagvormittag die dreistündige "Aktion saubere Stadt". Rund fünf Tonnen Abfall kamen dabei zusammen. Beteiligt hatten sich auch 30 Flüchtlinge. Auch Kuriositäten wurden gefunden. Von Heike Karsten

Die "Aktion saubere Stadt" findet schon seit einigen Jahren erfolgreich und mit großem Engagement der Hückeswagener statt. Am Samstag meldeten sich rund 100 freiwillige Helfer, um sich mit Handschuhen, Müllsäcken und Greifzangen bewaffnet auf die Suche nach dem wilden Müll in der Stadt zu machen. Das Besondere in diesem Jahr war die Beteiligung von etwa 30 Flüchtlingen, die emsig mithalfen, achtlos weggeworfene Abfälle vom Wegesrand und aus Gebüschen zu fischen. Regine Gembler hatte die Idee, die Asylbewerber über die Initiative Weitblick und die Flüchtlingspaten zum Aktionstag einzuladen. Aufgeteilt auf die verschiedenen Fußgruppen zeigten diese dann auch vollen Einsatz. "Sie sind gar nicht mehr aus dem Gebüsch rausgekommen", sagte das SPD-Ratsmitglied lachend.

"Rund fünf Tonnen Müll sind bei der Aktion zusammengekommen", schätzte Christoph Rösgen vom Bergischen Abfallwirtschaftsverband (BAV). Schon eine Woche zuvor hatten sich die Jäger und auch Hückeswagener Schüler daran beteiligt, die Natur von unnatürlichen Hinterlassenschaften zu befreien. Darunter auch größere Funde: "In Erlensterz wurden 13 Autoreifen gefunden, die der Bauhof separat abgeholt hat", sagte Stadtmitarbeiter Johannes Meier-Frankenfeld. Neben den Ortsvereinen der SPD und der Grünen war auch die Jugendfeuerwehr an der Müllsammlung beteiligt. "Wir gehen immer die gleichen Stellen in Wiehagen ab, doch es hört nicht auf, sie sind immer wieder vermüllt", sagte Jugendleiter Thomas Lemmen. Gefunden wurden unter anderem fünf Angeln, Bettwäsche, eine Urinflasche aus einem Krankenhaus, eine Unterhose und unschöne Hinterlassenschaften eines Obdachlosen. "Es waren viele ekelhafte Sachen dabei", befand Finn Burghoff (10). Auch Fundsachen gab es, etwa einen neuen Personalausweis, eine Kranken- und mehrere gültige Kreditkarten. Diese landeten nicht in den grünen Müllsäcken, sondern gingen an die Stadtverwaltung. Horst Fink von der SPD fand in den Wupperauen, in der Nähe der Karten-Fundstelle, mehrere leergeräumte Geldbörsen. "Wohl Diebesgut", vermutete er.

Ein schönes Erlebnis hatten Dagmar Faust und Brigitte de Buhr vom Mütter-Kind-Treff für Flüchtlinge. Gemeinsam mit zwei syrischen Frauen nahmen sie sich das Gebiet rund ums Johannesstift vor. Auf ihrer Sammeltour erhielten sie von Anwohnern Schokoladenbonbons als Marschverpflegung und wurden sogar auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Walter Sieper aus Kleineichen beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Müllsammelaktion. "Es ist ein Wahnsinn, was so alles weggeworfen wird. Aber es ist nicht mehr so schlimm wie noch vor einigen Jahren", sagte der 78-Jährige.

Die Organisatoren waren sehr zufrieden mit der Beteiligung. "Nach den zögerlichen Anmeldungen sind es doch mehr Helfer als erwartet", sagte Meier-Frankenfeld. Zur Belohnung sponserte die BEW für die Helfer im Glasfoyer am Bahnhofsplatz Würstchen und Getränke, die Bäckerei Polheim steuerte Brötchen bei. Für die muslimischen Helfer wurde an Putenschnitzel ohne Schweinefleisch gedacht. "Es geht ja nicht, dass wir essen und die Flüchtlinge gucken nur zu", meinte Regine Gembler.

Im Anschluss verloste der BAV unter allen Helfern bei einer kleinen Tombola wieder Preise wie Shirts, Schirmen, Taschen, Kullis, und Rucksäcke.

Quelle: RP
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