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Heißer Draht
1,20 Euro für einen Bummel durch die Stadt

Hückeswagen. Gegen Parkgebühren sprechen sich die ersten Leser aus, die sich am "Heißen Draht" meldeten. Von Stephan Büllesbach

HÜCKESWAGEN Die "Hochrechnung" der Parteien, sprich des Stadtrates, wird mit Sicherheit nicht aufgehen - das jedenfalls glauben Gaby Kötter und Heinz Brandenburg. In einer Mail an die BM-Redaktion schreiben sie: "Das Thema hatte Hückeswagen schon mal, und die Rechnung ist nicht aufgegangen. Damals hatten die Bürger nicht so viele Ausweichmöglichkeiten zum Einkaufen wie heute."

Zwischen 1993 und Ende 2001 gab es in der Schloss-Stadt bereits Parkscheinautomaten; Parkgebühren mussten damals auf dem Etapler Platz und an Teilen der Goethestraße gezahlt werden. Im Frühjahr 2001 beschloss der Rat jedoch, die Automaten und damit auch die Parkgebühren zum 1. Januar 2002 wieder abzuschaffen.

Bei der ständigen Kostensteigerung seien sie nicht bereit, jeden Tag 0,60 bis 1,20 Euro zusätzlich zu ihrem Einkauf zu bezahlen, schreiben Kötter und Brandenburg. "Ein Bummel durch die Islandstraße und ihre Geschäfte kostet also mindestens 1,20 Euro." Der werde, bei Einführung von Parkgebühren, dann ebenso wie ein Besuch bei Spielwaren Heinhaus - "mit einem Kind kaum unter einer Stunde zu schaffen" - oder der Einkauf bei Kinder- und Jugendmode "Bubble's" gestrichen. "Bis die Kinder sich umgezogen und entschieden haben, ist auch schon wieder eine Stunde rum. Jetzt noch ein Lebensmitteleinkauf, das wird knapp." Ein Besuch des Wochenmarkts am Donnerstag sei nur mit der Hoffnung verbunden, dass einen keiner anspreche. Das gelte auch für einen Einkauf beim Bäcker. Das Fazit von Gaby Kötter: "Ich werde dann bei Aldi in Kobeshofen, Lidl, Penny usw. in Ruhe einkaufen, ohne die Uhr im Auge zu behalten."

Hückeswagen sei eine kleine Stadt und sollte auch deren Flair behalten. "Dazu gehört auch ein Bummel durch die Stadt, und das nicht nur im Schnelldurchgang." Gaby Kötter fragt sich: "Was soll man denn da noch in die Geschäfte gehen und sich die Auslagen ansehen?" Dann sollen doch die Stadtväter auch beschließen, dass alle kleinen Einzelhandelsgeschäfte geschlossen werden. Anstatt sich in Ruhe in Rita's Weinlädchen beraten zu lassen, würde sie dann den Wein bei den Discountern gekauft.

Gaby Kötter: "Ein Einkauf in der Großstadt ist für mich ab und an ein Ausnahmebummel mit Parkschein. Dafür bekomme ich auch die Artikel, die ich dort kaufe, günstiger als in Hückeswagen."

Die Bürger, die für die Aufstellung stimmen, haben anscheinend kein Auto, wohnen in Stadtnähe oder haben einfach zuviel Geld. "Vertrauen in unseren Stadtrat habe ich deshalb nicht mehr, ein Sterben des Einzelhandels und der Islandstraße ist auch ein Stück Sterben von Hückeswagen", argumentiert Gaby Kötter. Da helfen auch keine großen Neubauten; davon würde Hückeswagen weder schöner noch attraktiver.

Quelle: RP
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