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Hückeswagen
2015 war ein schwieriges Jahr für die Stadt

Hückeswagen. In seinem Rückblick geht der Bürgermeister vor allem auf den Haushalt und die Flüchtlinge ein.

Das Jahr 2015 war für die Schloss-Stadt wohl eines der schwierigsten der jüngeren Geschichte. Zwei Probleme standen dabei im Vordergrund: der Haushalt und die Aufnahme der vielen Flüchtlinge. Bürgermeister Dietmar Persian zieht dennoch eine positive Bilanz: "Trotz der vielen Probleme ist das Jahr gut gelaufen."

Vor allem die erste Jahreshälfte war geprägt von der Diskussion um die Erhöhung der Steuern, die in der Rücknahme des ursprünglichen Haushalt mit der geplanten drastischen Erhöhung der Grundsteuer B und der Aufstellung eines Haushaltssicherungskonzepts endete. Das sei sehr anstrengend gewesen, betonte Persian. Aber auch offen und gut gelaufen.

Überraschend sei nicht nur für ihn gewesen, dass viele Menschen in der Stadt mit Pappschildern gegen die Steuererhöhungen demonstriert hätten - "das haben so noch nicht gehabt". Es sei aber wichtig, dass deutlich geworden sei, "dass unsere Probleme nicht hausgemacht sind, sondern viele Kommunen betreffen".

Als ein "Phänomen unserer Zeit" bezeichnet der Bürgermeister die diversen Protestaktionen in 2015 - egal ob Steuererhöhungen, die mögliche Schließung der Stadtbibliothek in 2020, der Trägerwechsel der Offenen Ganztagsschule, die Sperrung der Brücke Brückenstraße oder der Umzug der Realschule in das Gebäude der Montanusschule in ein paar Jahren. Persian: "Die Menschen sind bereit, für ihre Ansichten zu streiten, zu demonstrieren und zu diskutieren." Das mache die Demokratie auch aus.

Dass sein ursprünglich geplanter Haushalt nicht mehrheitsfähig war und er ihn daher zurückzog, sieht er nicht als Niederlage an. Er macht aber noch einmal deutlich: "Ich halte die Entscheidung für ein Haushaltssicherungskonzept nach wie vor für sachlich falsch."

Die große Herausforderung für das abgelaufene Jahr sei die Bewältigung des Flüchtlingsstroms gewesen - "und er wird es wahrscheinlich auch 2016 werden", betont Persian. In vielen Bereichen sei innerhalb der Stadt ein guter Job gemacht worden, was auch für die ehrenamtlichen Helfer im Flüchtlingsnetzwerk gelte. "Ihr hohes Engagement und ihre Kreativität begeistert mich jeden Tag aufs Neue", sagt Persian.

Wichtige Weichen seien in 2015 in der Schullandschaft gestellt worden. So legte der Rat fest, dass die Realschüler in etwa sechs, sieben Jahren zusammen mit den Hauptschülern im Schulgebäude an der Weststraße unterrichtet werden. Die Löwen-Grundschule, zurzeit noch an den beiden Standorten an der unteren Kölner Straße beheimatet, soll dann in das Gebäude der jetzigen Realschule umziehen.

Der Bürgermeister weiß aber auch, dass die Stadt flexibel auf mögliche Änderungen reagieren muss. Denn hält der Flüchtlingsstrom weiterhin an und kommen viele Familien nach Hückeswagen, dürften die Schülerzahlen in den nächsten Jahren wieder steigen.

Auch im Bereich der Gewerbeflächen-Entwicklung hat sich im abgelaufenen Jahr einiges getan. So ist die Fläche von rund 45.000 Quadratmetern im Gewerbegebiet West 2 (Winterhagen-Scheideweg), die die Firma Klingelnberg im Jahr zuvor wieder zurückgegeben hatte, fast vollständig vergeben. Eine Firma baut bereits, ein weiterer Kaufvertrag ist abgeschlossen, zwei stehen kurz vor der Beurkundung. "Das sind alles Familienunternehmen aus der Region", sagt der Bürgermeister, der auch oberster Wirtschaftsförderer der Stadt ist. Nur noch einige kleinere Grundstücke seien zu haben.

Darüber hinaus hat die Stadtentwicklungsgesellschaft HEG die Weichen für das Gewerbegebiet West 3 zwischen Junkernbusch, Heidt und Kammerforsterhöhe gestellt. "Das gibt uns für die Zukunft weitere Entwicklungsmöglichkeiten", versichert Persian.

(büba)
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