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Hückeswagen
2018 sollen die Bagger kommen

Hückeswagen. Die Planungen für das Gewerbegebiet West 3 zwischen B 237 und L 68 sind schon viele Jahre alt. Doch jetzt scheint's, als sollte das Ganze Fahrt aufnehmen. Spielt die Politik mit, wäre der Beginn der Erschließung in eineinhalb Jahren möglich. Von Stephan Büllesbach

Um die Ansiedelung des Discounters Lidl in der Schloss-Stadt ist es ruhig geworden. Das sah vor neun Jahren noch ganz anders aus, denn im Zuge der ersten Planungen für das Gewerbegebiet West 3 im Dreieck Kammerforsterhöhe / Junkernbusch / Heidt war vorgesehen, dass dort ein Lidl entstehen sollte. Doch der Einzelhandel wehrte sich vehement dagegen, weil er den Abzug von Kaufkraft aus der Innenstadt befürchtete. Letztlich schob die Politik dem Ganzen einen Riegel vor. "Es gibt aktuell keine Gespräche mit den Verantwortlichen von Lidl", sagt Bürgermeister Dietmar Persian. In der Vergangenheit hätten sie aber deutlich gemacht, dass sie Interesse an einer Filiale in Hückeswagen hätten.

An der Realisierung des Gewerbegebiets West 3 hält die Stadtverwaltung allerdings fest. "Im Flächennutzungsplan sind in diesem Bereich gewerbliche Flächen vorgesehen", bestätigt Persian. Allerdings nicht für Einzelhandel, den auch er für innenstadtschädlich hält, sondern für kleinteiliges Gewerbe wie Dienstleister, Handel und Montage. Bei der Stadtentwicklungsgesellschaft (HEG) ist sogar bereits ein Interessent vorstellig geworden, der dort eventuell eine Lagerhalle errichten will.

90 Prozent der benötigten Flächen des insgesamt 110.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiets hat die HEG bereits erworben, bestätigt ihr Geschäftsführer, Dieter Klewinghaus. So hatte sie sich bereits vor zwei Jahren das große Grundstück der Baumschule Geesdorf gesichert, das zwangsversteigert worden war.

"Die Nachfrage nach Gewerbeflächen, vor allem nach kleineren, ist ungebrochen", sagt Persian. "In West 2 haben wir nur noch zwei Restflächen", unterstreicht Klewinghaus. Für diese Grundstücke in Winterhagen-Scheideweg stehe die HEG aber gerade noch in Verhandlungen.

Die Stadtverwaltung macht nun Dampf bei den Planungen. Anfang kommenden Jahres soll der Bebauungsplanentwurf in den politischen Gremien beraten werden. Bis die Pläne dann offengelegt und die entsprechenden Beschlüsse gefasst sind, dürfte laut Bürgermeister ein Jahr vergehen. Klewinghaus geht davon aus: "Wenn alles glatt läuft, könnten wir im Sommer 2018 mit der Erschließung beginnen." Dann könnten der Kanal und die Versorgungsleitungen verlegt und die Straßen gebaut werden.

Die Erschließungsstraße, die sich von der B 237 oberhalb des Pflanzenhandels "Grüner Wahnsinn" in Junkernbusch parallel zur L 68 ziehen wird, soll später den Hauptverkehr des Gewerbegebiets aufnehmen. Dann sollen auch die Anwohner von Heidt dorther zur Bundesstraße fahren - momentan sind viele laut Persian und Klewinghaus auf der schmalen Straße durch Junkernbusch unterwegs. "Wenn die Erschließungsstraße fertig ist, wird die Anliegerstraße nur noch für die Anwohner von Junkernbusch befahrbar sein", stellt der HEG-Geschäftsführer klar.

Die jetzige Zufahrt zum Pflanzenhandel wird dann ebenfalls geschlossen, stattdessen wird es eine neue Zufahrt oberhalb davon geben, für die auf der Bundesstraße eine Linksabbiegerspur gebaut wird. Zwischen Heidt und der Landstraße soll zudem ein kleines Neubaugebiet mit zehn bis zwölf Grundstücken entstehen.

Für Persian ist West 3 "ein wichtiger Schritt, in Hückeswagen Arbeitsplätze zu schaffen". Außerdem wolle man nicht nur Betriebe von außerhalb in die Schloss-Stadt locken, sondern auch dem ortsansässigem Gewerbe Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Ab 2018 könnte es soweit sein.

Quelle: RP
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