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Hückeswagen
45 Jahre sauberes Wasser aus der Kläranlage in Hückeswagen

Hückeswagen: 45 Jahre sauberes Wasser aus der Kläranlage in Hückeswagen
Martin Gross erklärt den Besuchern den Belebschlamm aus dem Belebungsbecken FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Seit nunmehr 45 Jahren sorgt der Wupperverband mit der Kläranlage an der Wuppervorsperre dafür, dass die Abwässer aus Hückeswagen, Kierspe und Wipperfürth gereinigt in die Wupper abfließen können. Doch wie passiert das eigentlich? Von Wolfgang Weitzdörfer

Spaziergänger kommen beim Rundweg um die Wuppervorsperre immer am Gelände der Kläranlage vorbei, wundern sich vielleicht ab und zu über einen strengen Geruch oder sehen ab und zu einen Mitarbeiter. Die wichtige Arbeit geschieht aber weitgehend im Verborgenen. Grund genug, einen Tag der offenen Tür zum 45. Geburtstag zu organisieren. Am Samstagvormittag konnten interessierte Bürger einen Blick hinter die Kulissen werfen, Mitarbeiter des Wupperverbands waren vor Ort, um Führungen zu leiten. Und gut 100 Hückeswagener hatten das Angebot angenommen, darunter auch viele Kinder.

"Die erste Station ist der Rechen, da kommt das Abwasser in unsere Anlage. Maximal 516 Liter pro Sekunde können verarbeitet werden, wenn es mehr ist, dann haben wir Becken, in die wir das überschüssige Wasser zwischenlagern können", erzählt Betriebsleiter Frank Schmidt. Im Rechen, was schon im Namen anklingt, werden grobe und größere Sachen aussortiert, etwa Binden, Kondome oder Wattestäbchen. "Die haben in der Toilette nichts zu suchen, im Gegenteil, dadurch haben wir hier eine Menge Extraarbeit", erklärt Schmidt. Nach dieser ersten Trennungsstufe geht es dem Sand an den Kragen, der im Sandfang absinken kann und anschließend abgepumpt wird. Die dritte mechanische Reinigungsstufe findet in zwei großen Becken statt, in denen sich der nun noch übrige Schlamm absetzen kann. "Bis in die 70er- und 80er-Jahre hinein wurde das so gesäuberte Wasser wieder in die Flüsse und Seen geleitet. Heute hängen wir aber noch biologische Reinigungsstufen dran", sagt Schmidt.

Dabei werden Bakterien in das Wasser geleitet, die in zwei Stufen - einmal mit Luftzufuhr und einmal ohne - den noch übrigen Dreck quasi "auffressen". Das Wasser, das am Ende dieser Becken herauskommt sieht nicht nur sauber aus - es hat, chemisch betrachtet, auch Trinkwasserqualität. "Aber natürlich sollte man es nicht trinken. Dafür sind noch viel zu viele Bakterien darin. Es gibt aber Kläranlagen, etwa in München, die das Wasser hygienisieren, also abkochen, und es dann in den Trinkwasserkreislauf zurückführen", erklärt Schmidt. Weil die Wuppervorsperre ein stehendes Gewässer ist, muss das Wasser noch in einer dritten biologischen Stufe gereinigt werden, der sogenannten Flockenflitration: "Da kommt Eisenchlorid hinzu, das die letzten Reste von Phosphor neutralisiert. Erst dann kann das Wasser in die Sperre geleitet werden", sagt der Betriebsleiter.

In der Kläranlage Hückeswagen arbeiten derzeit acht Mitarbeiter zusammen mit einem Meister und einem Auszubildenden daran, das Wasser sauber in die Wuppervorsperre einzuleiten.

Quelle: RP
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