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Hückeswagen
70er-Jahre-Paket für die treuen Fans

Hückeswagen. Der Komödiant Michael Steinke trat im Haus Zach vor einem handverlesenen Publikum auf. Die Zuschauer wurden in ihre Sturm- und Drangzeit versetzt. Zum Abschluss gab es Ahoi-Brause, Liebesperlen und Leckmuschel für alle. Von Heike Karsten

Dackelblick und verhaltender Hüftschwung in Kombination mit einem Outfit aus grünem Cord-Sakko und Hemd mit 70er-Jahre-Tapetenmuster: Der Komödiant Michael Steinke ging in seinem Programm "Funky! Sexy! 40!" voll auf und mit ihm sein Publikum.

Am Samstagabend weckte der Düsseldorfer im Kultur-Haus Zach die Erinnerungen an die 70er Jahre und erntete viele Lacher und zustimmendes Kopfnicken von den Zuschauern. Er erzählte vom Hotel Mama, dem Teppichdackel (ein handbetriebenes Kehrgerät, das den Dreck hinten wieder herausschleuderte) und das Telefon am zwei Meter langen Kabel: "Da hat kein Anrufer gefragt: Wo bist du gerade?", sagte Steiner.

Eine Festplatte wäre vor 40 Jahren noch ein Teller voller Schnitzel gewesen. Den (verstorbenen) Radiosprecher Mal Sondock bezeichnete Steinke als Vorläufer des heutigen Kopierschutzes, da er in jeden gespielten Hit seiner Kult-Sendung "Diskothek" reinquatschte, während die Jugend mit dem Aufnahmegerät vor dem Radio hockte. "Davon habe ich heute noch die Abdrücke der Cordhose auf den Knien", scherzte der charmante Komödiant. Sein Fazit: "Früher war nicht alles besser, aber anders."

Es gelang ihm mittels gesungener 70er-Jahre Hits wie "Mandy" und "I am sailing", dass sich die Zuschauer auch stimmungsmäßig in die Vergangenheit zurückversetzt fühlten. Die gekonnt eingestreute Kommunikation mit dem Publikum brachte ihm zusätzliche Sympathiepunkte und ungeplante Gags ein. Dass nur 30 Zuschauer den Weg ins Kultur-Haus gefunden hatten, störte den Künstler nicht. "Die Leute sind gekommen, um einen schönen Abend zu haben, und den sollen sie auch bekommen. Das ist nicht abhängig von den Verkaufszahlen", betonte der Düsseldorfer. Er bezeichnete die Hückeswagener aufgrund der Begeisterungsfreudigkeit als "Brasilianer des Oberbergischen" und fügte hinzu: "Man hat mir versprochen, dass ich ein handverlesenes, enthusiastisches Publikum bekomme."

Bestens unterhalten fühlten sich Inge Osenberg und Annette Henningheuser. "Wir haben uns kurzfristig zu diesem netten Abend entschieden, weil wir beide gerne lachen", sagten die Freundinnen. Rolf Herweg aus Wipperfürth kannte das Programm von Michael Steinke bereits, war aber noch einmal mit Verwandten ins Kultur-Haus gekommen. "Für uns 60er-Jahre-Geborene waren die 70er Jahre die Hauptdrangzeit. Da passt das!", äußerte er sich begeistert.

Aber auch die jüngeren Zuschauer kamen keinesfalls zu kurz. Steinke versäumte es nicht, der jüngste Zuschauerin die Unterschiede zur heutigen Zeit zu erklären: "Damals ersetzte der Blick aus dem Fenster die Wetter-App und Chillen galt als Stubenarrest." Am Ende seines zweistündigen Programms überreichte Steinke der 29-Jährigen ein 70er-Jahre-Paket mit Ahoi-Brause, Liebesperlen und Leckmuschel.

Quelle: RP
 
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