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Hückeswagen
A 1-Planer sorgen sich auch um Fledermäuse

Hückeswagen: A 1-Planer sorgen sich auch um Fledermäuse
Ausgleichsmaßnahme: In einem Bereich von fast vier Fußballfeldern Größe rund um den Buschbergsee in Hitdorf soll ein Lebensraum für die Grauammer geschaffen werden. FOTO: uwe miserius
Hückeswagen. Seit Wochenbeginn sind die Planunterlagen (Zeichnungen und Erläuterungen) für den Ausbau der A 1 zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie dem Neubau der Rheinbrücke öffentlich zugänglich. Das Material umfasst 13 Aktenordner. Von Peter Korn

Um das Risiko von Kollisionen und Irritationen für Vögel und Fledermäuse so gering wie möglich zu halten, soll beim Neubau der A 1-Brücke über den Rhein auf eine dauerhafte Beleuchtung des Brückenbauwerks verzichtet werden. Lediglich die Pylonspitzen müssten aus Gründen der Sicherheit für Flugzeuge befeuert werden, heißt es in den Planunterlagen (Zeichnungen und Erläuterungen) für den Ausbau der Autobahn zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Kreuz Leverkusen-West. Die sind seit Montag bei der Stadt Leverkusen, aber auch im Internet öffentlich einsehbar.

Verteilt auf insgesamt 13 Aktenordner, stellen die Planer dort detailliert die verschiedenen Ausbauvarianten und deren Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und diverse weitere Bereiche vor. Der früheste Baubeginn ist für 2017 vorgesehen. 2020 soll das Rheinbrückenbauwerk mit den provisorischen Anschlussbereichen fertiggestellt sein und den Autobahnverkehr ohne besondere Beschränkungen für Lkw sechsspurig aufnehmen. Das Ende der Gesamtmaßnahme ist für 2023 geplant.

Während des Neubaus ist unter anderem eine Umleitung über die Anschlussstelle Rheindorf vorgesehen. Zum Neubau der Rampe in Richtung Köln wird der Verkehr über eine provisorische Ausfahrt von der A 1 abgeleitet und über eine Lastenstraße nach Leverkusen (L 108/A 59) geführt.

Der ausfahrende Verkehr erreicht morgens eine Spitze von 1250 Fahrzeugen pro Stunde, nachmittags sind es bis zu 2050 pro Stunde, haben Untersuchungen ergeben, die ebenfalls ab sofort einsehbar sind.

Jeder kann außerdem bis spätestens zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist, das heißt bis einschließlich 19. Januar kommenden Jahres, bei der Bezirksregierung Köln, Dezernat 25, Zeughausstraße 2-10, 50667 Köln, oder bei der Stadtverwaltung Leverkusen, Fachbereich Stadtplanung, Hauptstraße 101 (Gebäude Elberfelder Haus), 51373 Leverkusen, Einwendungen geltend machen.

Dazu muss er sich allerdings zunächst einmal durch Dutzende Lagepläne und besagte 13 Aktenordner Textmaterial kämpfen. Denn in den Unterlagen wird nicht nur die Baumaßnahme als solche mit all ihren Auswirkungen beschrieben - auch die Vorgeschichte, Vergleiche verschiedener Varianten und Angaben zu deren jeweiligen Umweltauswirkungen gehören dazu.

Interessant: Der Brückenneubau könnte unter anderem dazu führen, dass in der Rheinaue künftig mehr Taurusrinder oder Galloways ebenso wie Przewalski-Pferde zu sehen sind. Denn auch sie bilden einen Bestandteil in dem Komplex "Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen". Ziel sei die Entwicklung eines "strukturreichen mit Weideflächen durchsetzten auentypischen Biotopmosaiks". Dazu gehört auch, in einem Bereich von fast vier Fußballfeldern rund um den Buschbergsee in Hitdorf einen Lebensraum für die Grauammer und andere Bodenbrüter zu schaffen.

So gut wie Fledermaus und Grauammer haben es die Besitzer von wichtigen Grundstücken zum Brückenbau allerdings nicht. Denn mit dem Beginn der öffentlichen Auslegung der Unterlagen treten Anbaubeschränkungen und eine Veränderungssperre in Kraft. Der Bund als Straßenbaulastträger erhält ein Vorkaufsrecht an den vom Plan betroffenen Flächen.

Quelle: RP
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