| 12.33 Uhr

35. Atv-Triathlon Teil 2 - Besondere Meisterschaften
Ärzte und Apotheker sind "Eisenmänner"

35. Atv-Triathlon Teil 2 - Besondere Meisterschaften: Ärzte und Apotheker sind "Eisenmänner"
1996 wurde der 15. Triathlon gestartet - inklusive der Deutschen Meisterschaft der Ärzte und Apotheker. Sieben Jahre zuvor war hier bereits die Deutsche Meisterschaft der Jugend und Junioren ausgerichtet worden. FOTO: jkö (Archiv)
Hückeswagen. Zum 35. Mal wird am Samstag, 19. August, der ATV-Triathlon ausgetragen. Die BM blickt bis zum Wettkampf in einer neunteiligen Serie auf die Geschichte des ATV-Triathlons zurück. Heute geht es um die Meisterschaften der besonderen Art. Von Heike Karsten

Hückeswagen Sind Apotheker Langschläfer, die morgens nur schwer aus dem Bett kommen? Müssen Ärzte bei sich nach dem Aufstehen erst einmal Puls und Blutdruck messen, um festzustellen, ob sie körperlich einsatzfähig sind? Auf jeden Fall hatten all die Triathleten aus den Reihen der Ärzte und Apotheker, die von Natur aus Morgenmuffel sind, am 13. Juli 1996 eine faire Chance: Der ATV richtete im Rahmen des 15. Triathlon-Wettkampfs in der Schloss-Stadt die 12. Deutsche Meisterschaft der "Weißkittel" aus. Anders als in den Jahren zuvor, begann der sportliche Wettkampf jedoch erst gegen Mittag. Für die DM-Teilnehmer fiel der Startschuss um 13.15 Uhr - also genügend Zeit, um auf "Betriebstemperatur" zu kommen.

126 Teilnehmer gingen auf die Mitteldistanz 1000 Meter Schwimmen, 37 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen. Als Favoriten galten die Vorjahressieger Harald Funk und Simone Mortier. Während Funk sich erneut behaupten konnte, belegte die Medizinerin aus der Schweiz Platz drei. Dass Simone Mortier dennoch hochzufrieden war, verwunderte nicht - hatte sie doch erst 13 Wochen vor dem Wettkampf eine Tochter zur Welt gebracht. Vielleicht lag es an der medizinischen Ausbildung, dass die Triathletin und Europameisterin so schnell wieder ihre Kondition wiedergefunden hatte. "Das war doch gar nicht mein erster Wettbewerb nach der Geburt. Ich bin vor sieben Wochen schon in Kitzbühel gestartet", berichtete sie damals.

Für die Organisatoren bedeutete die Ausrichtung der Deutschen Triathlon-Meisterschaft eine zusätzliche Herausforderung: Neben den 126 Ärzten und Apothekern gingen am selben Tag auch 458 Volks- und Mitteltriathleten an den Start. Die Teilnehmer waren mit dem Ablauf sehr zufrieden und sparten nicht mit Lob für die ehrenamtlichen Helfer.

Erfahrung gesammelt hatte der ATV bereits sieben Jahre zuvor mit der Ausrichtung der Deutschen Triathlon-Meisterschaft der Jugend und Junioren. Eröffnet wurde die Veranstaltung im August 1989 von Willi Daume, ehemaliger Vorsitzender des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und gebürtiger Hückeswagener. Die Veranstaltung stand beim Start unter einem guten Stern: Mit 25 Grad Luft- und 21 Grad Wassertemperatur der Bever-Talsperre lieferte das Wetter optimale Rahmenbedingungen für die 424 Nachwuchstriathleten. Erst im Verlauf des Wettkampfs wurde der Sport zur Hitzeschlacht bei Dauer-Sonnenschein und einem Temperaturanstieg auf 30 Grad.

Keinen guten Tag erwischten die ATV-Triathleten: Oliver Marczinkowski (Platz 32) hatte eine Reifenpanne, Joachim Schibisch musste nach einem Schaden sogar aufgeben. Marc Warmbier (Platz 55), Olaf Wiesenberg (57.), Klaus Mayer (82.), Uli Behnecke (86.) und Meik-August Müller (94.) landeten im Mittelfeld. Der Hückeswagener Lokalmatador Frank Weyer erkämpfte sich Platz sieben, wurde jedoch im Nachhinein disqualifiziert. Ein Fan hatte sich auf der Laufstrecke entlang der Wupper-Vorsperre mit dem Mountainbike an seine Fersen geheftet - "unerlaubter Schrittmacherdienst" lautete die Begründung für die Disqualifizierung des 21-Jährigen, der sichtlich enttäuscht war: "Da trainiert man das ganze Jahr auf einen Wettbewerb hin und wird dann so aus dem Rennen geworfen." Deutscher Meister wurde Holger Lorenz vom TV Bretten.

Im Jahr 1995 wurde aus dem Triathlon ein Duathlon. Dafür verantwortlich war die Temperatur des Beverwassers, die unter 14 Grad lag, so dass die Schwimmstrecke entfiel. Dabei waren die Organisatoren froh, dass die Sanierungsarbeiten am Beverdamm rechtzeitig beendet und die Strecke für den Wettkampf freigegeben werden konnte.

Noch schlimmer traf es den Verein zur 150-Jahr-Feier des ATV im Jahr 2000: Der Wupperverband machte den Beverdamm für sechs Monate dicht. Das Dichtungssystem musste nach 60 Jahren für rund zwei Millionen Mark saniert werden. Es war das einzige Jahr in der 35-jährigen Geschichte, in dem der ATV-Triathlon komplett ausfallen musste.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

35. Atv-Triathlon Teil 2 - Besondere Meisterschaften: Ärzte und Apotheker sind "Eisenmänner"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.