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Hückeswagen
Afrikanische Lebensfreude begeistert

Hückeswagen: Afrikanische Lebensfreude begeistert
Das fünfköpfige A-cappella-Ensemble "Nobuntu" aus Simbabwe war zu Gast im Kultur-Haus Zach und präsentierte Gospels und Traditionals. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Das Frauen-Ensemble "Nobuntu" aus Südafrika singt für Frieden, Lebensmut und Solidarität. Im Kultur-Haus Zach erlebten 80 Zuhörer ein stimmungsvolles und außergewöhnliches Konzert. Auch tänzerische Einlagen bot das Quintett. Von Heike Karsten

Es war ein stimmungsvolles und außergewöhnliches Konzerterlebnis im Kultur-Haus Zach. Das fünfköpfige a-cappella-Ensemble "Nobuntu" aus Simbabwe war zu Gast in der Schloss-Stadt und schaffte es, die Zuschauer mit ihren Gospels und Traditionals zu begeistern. Die besondere Chor- und a-cappella-Tradition bei den Ndebele und anderen Zulu-Völkern beinhaltet zwar keine bekannten Stücke, ist dafür jedoch sehr eingängig. Die fünf jungen Frauen sangen von Liebe und Frieden und brachten den etwa 80 Zuschauern im gut gefüllten Kultur-Haus ein afrikanisches Schlaflied für Babys bei.

Selbst an Gesang mit den für Südafrika typischen Klicklauten traute sich das Publikum heran. "Das ist für uns fast eine Fortbildungsveranstaltung", scherzte eine Sängerin des Hückeswagener Chors "Joyful Gospels".

Die Mitglieder genossen nicht nur die musikalische Darbietung, sondern achteten auch auf Details, wie die Art des Klatschens, die Bewegung und Intonation. Chor-Vorsitzender Klaus Scheid und Ehefrau Brigitte waren erst im vorigen Jahr in Namibia, Simbabwe und Botswana. Sie empfanden das Konzert und die Ausstrahlung der Sängerinnen als Inspiration mit viel Lebensfreude. "In Afrika ist auch ein Totentanz fröhlich", sagte Klaus Scheid.

Für Hückeswagen war es eine besondere Ehre, die Sängerinnen zu Gast zu haben. Nach ihrer großen USA-Tour geht die Europa-Tour von Nobuntu nun durch Österreich und Italien. "In Deutschland sind nur drei Auftritte geplant", berichtete Tour-Organisatorin Petra Eisenburger aus Overath. Nobuntu ist stolz, im Juni den "Outstanding Imbube Group Award" gewonnen zu haben. "Wir sind die erste und einzige reine Frauen-a-cappella-Gruppe in Simbabwe und das erste Imbube-Frauen-Ensemble der Welt", sagte eine der Sängerinnen. Imbube ist die Art des a-cappella-Gesangs, dessen Ursprung vom Gesang der Minenarbeiter in Südafrika stammt und daher bislang als reine Männerdomäne gilt.

"Den Frauen liegt das Thema Gewalt sehr am Herzen", sagte Petra Eisenburger. Frauen in Simbabwe müssten ihren Männern gehorchen. Mit ihrer Musik wirkten sie der Gewalt und Unterdrückung entgegen. "Sie sind auf der Bühne sehr authentisch", fügte sie hinzu.

Mit eigenen Kompositionen und Texten setzen die fünf Frauen wichtige Impulse für Veränderungen herkömmlicher Rollenmuster und werben somit für Solidarität, Gemeinschaft, Lebensmut und Bescheidenheit. Der Einsatz von Klanghölzern, Trommeln und dem "Mbira" Daumenpiano verliehen der Darbietung zusätzlich Ausdruck.

Auch tänzerische Einlagen bot das stimmgewaltige Quintett. Begeistert zeigte sich Zuschauer Peter Häger: "Es fasziniert mich, mit welcher Stimmgewalt sie singen. Man hat das Gefühl, es ständen auch zwei, drei Männer mit auf der Bühne." Karl-Heinz Eißner hielt das außergewöhnliche Konzerterlebnis auf Video fest: "Die Lieder gehen unter die Haut", brachte er es auf den Punkt.

Quelle: RP
 
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