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Hückeswagen
Ahnenforschung leicht(er) gemacht

Hückeswagen: Ahnenforschung leicht(er) gemacht
Fredi K. Roß (M.) übergibt seine digitalen Kirchenbücher ans Stadtarchiv. Mit dabei sind seine Frau Gudrun (2. v. l.), Annette Binder (l.) von der Stadtverwaltung, die Hückeswagener Archivmitarbeiterin Elisabeth Müller und Bürgermeister Dietmar Persian. FOTO: Heike Karsten
Hückeswagen. Im Stadtarchiv können Ahnenforscher ab sofort schnell fündig werden: Fredi K. Roß stellte sein digitales Familienbuch mit allen in Hückeswagen erfassten Personen vor 1899 der Öffentlichkeit zur Verfügung. Von Heike Karsten

Genealogie ist mehr als nur die Suche nach Verwandten. Dokumentiert sie doch anschaulich das Leben und die Geschichte der Menschen, die vor der heutigen Zeit gelebt haben. Hückeswagener müssen für die Suche nach ihren Vorfahren nun nicht mehr in alten Kirchenbüchern blättern und lateinische Handschriften entziffern: Ahnenforscher Fredi K. Roß aus Kleineichen hat mit Unterstützung seiner Frau Gudrun alle in den standesamtlichen Registern und Kirchenbüchern aufgeführte Hückeswagener und Familien von 1666 bis 1899 digitalisiert.

15 Jahre Arbeit stecken in diesem Familienbuch der Schloss-Stadt, das Roß nun dem Stadtarchiv übergab. Archiv-Mitarbeiterin Elisabeth Müller zeigte Bürgermeister Dietmar Persian und Annette Binder von der Stadt im gemeinsamen Archiv mit Wipperfürth, wie anhand der Genealogie-Software ein Familienblatt, eine Ahnentafel oder eine komplette Vorfahrenliste erstellt werden kann.

Persian freute sich, dass diese Daten nun der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Er würdigte zudem die Arbeit, die in der Digitalisierung per Hand steckt. "15 Jahre war Herr Roß in den verschiedenen Archiven der Stadt tätig, um die Daten zusammenzutragen. Doch der Ahnenforscher hat nichts davon, wenn sie nur im PC schlummern."

Roß stellte dem Stadtarchiv den Datenbestand, der etwa 70.000 Personen und 22.000 Familien umfasst, kostenfrei zur Verfügung. Diesen Entschluss fasste er nach dem plötzlichen Tod des Heimatforschers Franz Mostert im Oktober. "Das kann jederzeit passieren. Dann liegt das Familienbuch der Stadt bei mir zu Hause rum, und keiner kann damit umgehen", sagte der 83-Jährigen. Die Archiv-Mitarbeiter hat er bereits in die Handhabung des Genealogieprogramms eingewiesen, damit sie Anfragen selbstständig bearbeiten können.

Die einfachste Darstellung ist das Familienblatt, bei dem nur für eine bestimmte Familie die Daten zusammengestellt werden - also Vater und Mutter, die jeweiligen Großeltern und die Kinder. Die Ahnentafel stellt in grafischer Form die Vorfahren des Probanden dar. Angegeben sind Geburts-, Heirats- und Sterbedaten sowie die jeweiligen Orte. Die sogenannten Tiny-Tafeln sind eine Weiterführung der Ahnentafel mit allen Mitgliedern einer Familie. In der Vorfahrenliste sind alle Vorfahren aufgelistet, einschließlich aller Kinder, die in den Kirchen- und Standesamtsbüchern stehen.

Das gesamte Familienbuch aller erfassten Personen würde ausgedruckt etwa 8000 Seiten umfassen. Diese Daten zusammenzutragen und per Hand in den PC einzugeben sei "verdammt harte Arbeit gewesen", sagt Roß. Noch heute sitze er täglich am Computer, um die Daten zu vervollständigen. "Es fehlen noch ein paar katholische Kinder", erklärte er lachend.

"Wir hatten allein in diesem Jahr schon 16 Anfragen im Bereich der Ahnenforschung", berichtete Elisabeth Müller. Je nach Aufwand kann die Gebühr für einen Auszug bis zu 20 Euro kosten. Allein der Computer benötigt bis zu zehn Minuten Rechenleistung, um eine umfassende Vorfahrenliste zu erstellen.

Per Mail werden die angeforderten Auszüge als PDF-Datei verschickt oder auch direkt im Archiv ausgedruckt. "Ringsum sind wir das einzige, das solche Such-Find-Bücher hat. Das ist eine tolle Sache", sagte Elisabeth Müller.

Quelle: RP
 
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