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Hückeswagen
Akrobatik-Talent setzt aufs Cheerleading

Hückeswagen: Akrobatik-Talent setzt aufs Cheerleading
Die Biellmann-Pirouette auf dem Trockenen - Johanna Beermann zeigt eindrucksvoll, wie gelenkig sie ist. FOTO: XTREAM Cheer & Gymnastics
Hückeswagen. Johanna Beermann (16) ist mit Leib und Seele Cheerleaderin. Bei einer internationalen Meisterschaft im Juni in Paris wurde die Hückeswagenerin, die zehn Jahre lang Trampolinturnerin des TVW war, mit ihrem Team Zweite. Von Wolfgang Weitzdörfer

Johanna Beermann hält es schon seit frühester Kindheit nicht so recht auf dem Boden: Schon als kleines Mädchen hatte sich die heute 16-Jährige beim TV Winterhagen dem Trampolinspringen zugewandt. "Das habe ich zehn Jahre lang gemacht, vor anderthalb Jahren habe ich dann mit dem Cheerleading angefangen", sagt die Schülerin, die das Wipperfürther EvB-Gymnasium besucht und nach den Ferien in die 11. Klasse kommt.

"Ich habe Videos im Internet gesehen und sofort gedacht, dass ich das auch einmal ausprobieren möchte", erzählt Johanna lachend. Nach einem Jahr Trampolin-Pause sei es zudem wieder an der Zeit gewesen, sich sportlich zu betätigen, ergänzt die Schülerin.

Wiederum im Internet wurde die junge Hückeswagenerin auf den Radevormwalder Verein XTREAM Cheer & Gymnastics von Trainer Marco Templin aufmerksam. Der hat an zwei Standorten in NRW Trainingsstätten - in Rade und in Bochum. "Ich bin mittlerweile bei den 'Jags'. So heißt die Erwachsenengruppe, und wir trainieren in Bochum", erzählt Johanna. Im Durchschnitt zweimal pro Woche fährt sie mit ihrem Trainer ins Ruhrgebiet, vor Wettkämpfen wird allerdings auch schon mal fünfmal in der Woche trainiert. "Man braucht schon Zeit und Leidenschaft, wenn man's richtig machen will", sagt die 16-Jährige. Ab und zu finden Ganztags-Workshops statt. "Dann trainieren wir rund sechs Stunden am Stück, das schlaucht dann schon."

Bei XTREAM-Cheer gibt es neben den "Jags" noch die "Lady-Jags", die "Twinklecats" und die "Fierce-Cats". Hinter den fantasievollen Bezeichnungen verstecken sich die verschiedenen Altersgruppen im Cheerleading: "Die 'Twinklecats' sind unsere Kleinsten, bei den 'Lady-Jags' sind die Mädels ab elf Jahren dabei, und 'Fierce-Cats' ist eine Art Aufbau-Team für neue Mitglieder, die keine Kinder mehr sind", erläutert Johanna. Nachwuchs ist immer gerne gesucht, da in jüngster Zeit mehrere Cheerleader aufgehört haben. Zwar seien es hauptsächlich Mädchen und Frauen, die den Sport betrieben, grundsätzlich seien Jungs und Männer aber auch willkommen.

Cheerleading ist hierzulande ein eher unbekannter Sport. Man kennt ihn vor allem aus US-amerikanischen Teenie-Komödien oder den seltenen Gelegenheiten, wenn American Football oder Basketball im Fernsehen läuft. Dabei entsteht schnell das Klischee, dass da hübsche, möglichst langhaarige Mädchen nur ein paar Pompons schwingen und lustig in der Gegend herumhüpfen. "Man braucht gerade als 'Flyer', also als derjenige, der von den anderen angehoben und durch die Luft gewirbelt wird, eine enorme Körperspannung und Koordination", sagt Johanna Beermann. "Da hat mir das jahrelange Trampolinspringen viel geholfen." Als "Flyer" ist sie Teil des Teams, es gibt aber auch die Einzelperfomance, "Individual" genannt: "Da macht man Flic-Flacs und Salti - ein bisschen wie beim Bodenturnen."

Für Johanna ist das Cheerleading in erster Linie Spaß und ein Hobby, das sie sehr intensiv betreibt. Dafür legt die 16-Jährige, die zwei ältere Schwestern hat, eine Menge Ehrgeiz an den Tag: "Gerade beim 'Tumbling' (Überschläge; Anm. d. Red.) setze ich mir schon hohe Ziele, die ich dann auch erreichen möchte."

Dass sie Sport vielleicht später einmal auch beruflich ausüben möchte, ist hingegen momentan keine Option: "Ich weiß noch nicht genau, was ich später einmal machen möchte. Biologie interessiert mich sehr, vielleicht werde ich in diese Richtung etwas anstreben", sagt die Gymnasiastin. Dennoch ist sie auch bei Cheerleading-Wettbewerben mit vollem Einsatz dabei. Vor kurzem war sie mit ihren "Jags" im Disneyland in Paris. Bei einer internationalen Meisterschaft mit Teams unter anderem aus Frankreich, Deutschland und Österreich belegte Johanna Beermann mit ihren Team Platz zwei.

Quelle: RP
 
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