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Hückeswagen
Alte Trafotürme im Bergischen sollen erhalten werden

Hückeswagen. Immer mehr historische Trafohäuschen im Bergischen werden ersetzt durch moderne Stromkästen. Die alten Gebäude verschwinden daher zunehmend aus der Landschaft - und das ist Michael Kamp, Leiter des LVR-Freilichtmuseums Lindlar, ein Dorn im Auge.

"Am Niederrhein ist es mittlerweile Tradition, dass aufgelassene Turmtrafostationen unterschiedlichsten Verwendungszwecken dienen", berichtet er. Das Spektrum reiche vom "Tierhotel" mit Nistkästen bis hin zur gastronomischen Nutzung als "Café Winzig". Leider habe diese Initiative im Bergischen Süden noch keine große Verbreitung gefunden. Kamp: Unsere regionalen Energiedienstleister wie die BEW tun sich bislang schwer mit der Erhaltung ihrer nicht mehr benötigten Baulichkeiten der Stromversorgung." So sei der Abbruch der Station in Kormannshausen oberhalb der Wupper-Vorsperre unnötig gewesen, da sich bei guter Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld sicher Interessen für eine Nutzung hätten finden lassen. Anstatt kreativ für den Fortbestand zu werben, würden diese Anlagen nach wie vor abgebrochen. Und das, obwohl sie in aller Regel bis zuletzt gut gepflegt wurden und noch viele Jahre anderweitig genutzt werden könnten.

Immerhin konnte der historische, 1913 errichtete Trafoturm von Herweg gerettet werden, in dem er im vorigen Jahr - zerlegt in mehrere Teile - vom Hückeswagener Norden ins Lindlarer Freilichtmuseum transportiert und dort wieder aufgebaut wurde. "Er ist ein bauliches Zeugnis der ersten Energiewende des Bergischen Landes und vermittelt die große Bedeutung, die die flächendeckende Verbreitung des elektrischen Stromes einst für Gewerbe, Haushalt und Landwirtschaft besaß", erläutert Kamp.

Er lädt nun alle Interessierten für kommenden Samstag, 25. April, zum Symposium "Turmtrafostationen - Landmarken in der Kulturlandschaft" in die Museumsherberge des LVR-Freilichtmuseums ein. "Das soll dazu beitragen, dass auch im Bergischen Süden weitere bauhistorisch interessante Trafotürme der Nachwelt erhalten bleiben, in dem sie anderweitig genutzt werden", teilt Kamp mit. So vertrage sich die Zerstörung erhaltenswerter Bauwerke nicht mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, den sich die regionalen Energieversorger in Zeiten der Energiewende werbewirksam auf die Fahnen geheftet hätten.

Beginn ist um 9.30 Uhr, danach folgen verschiedene Fachvorträge etwa zu den Themen "Energiewende", "Nachnutzung", "Das kleinste Strommuseum der Welt" und "Das Hotel im Trafoturm". Die abschließende Diskussion beginnt um 17.45 Uhr.

Anmeldungen und Informationen im Freilichtmuseum Lindlar unter Tel. 02266 9010 oder per E-Mail an: michael.kamp@lvr.de

(büba)
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