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Hückeswagen
Alternative Rocker vom Land mögen's laut

Hückeswagen: Alternative Rocker vom Land mögen's laut
Proben in Funkenhausen Omas ehemaliger Küche mit Bollerofen (v.l.): Daniel Zielke, Jan Becker, Philipp Wüster und Florian Schröder bilden die Band "Big Stroke". FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Die selbst geschriebenen Lieder der Band "Big Stroke" schlagen ein wie der Blitz des Band-Logos. Die alternative Rockband aus Funkenhausen liebt es laut, ihre Texte regen zum Nachdenken an. 2014 gewannen sie einen Bandcontest. Von Heike Karsten

Umgeben von Wiesen und Maisfeldern stört sich niemand daran, wenn die Rockband "Big Stroke" die Lautsprecher mal richtig aufdreht. Denn viele Nachbarn gibt es nicht in Funkenhausen, auf dem Hof der Familie Wüster, wo die Band wöchentlich probt.

2010 gründete sich die Gruppe als Coverband in anderer Konstellation mit drei Sängerinnen, zwei Klarinetten und Saxofon. Seit zwei Jahren musizieren Frontmann Daniel Zielke, sein Halbbruder Philipp Wüster, Jan Becker und Florian Schröder gemeinsam und mit eigenen Liedern. Geprobt wird in der ehemaligen Küche der Oma. Darin stehen ein Kühlschrank mit kalten Getränken und Eis gegen trockene Kehlen im Sommer und ein Bollerofen gegen klamme Finger im Winter. "Wir sind schon gesegnet mit einem eigenen Probenraum", sagt Sänger und Gitarrist Daniel Zielke, der diesen Luxus zu schätzen weiß.

Die Musikrichtung ist alternativer Rock mit Punk-Einflüssen sowie Ska mit schnellen Offbeats, aber auch Balladen kommen vor. In eine Schublade stecken kann man die Band nicht, denn gespielt wird, was gefällt. Die selbst geschriebenen Texte sind oft nachdenklich, die Melodien dazu entstehen beim gemeinsamen Jammen - also beim musikalischen Improvisieren. So handelt das Lied "Jesus or a gun" beispielsweise davon, wie Konflikte in der Welt gelöst werden. Die eingängigen Lieder und mitreißenden Sounds brennen sich schnell in die Gehörgänge des Publikums ein.

15 eigene Stücke hat "Big Stroke" mittlerweile im Repertoire und kann damit ein 90-minütiges Programm bestreiten. Der Trend geht verstärkt zu deutschsprachigen Liedern. Gespielt wird nicht nur bei Veranstaltungen wie dem R.I.D.S-Festival (Rock in der Scheune), sondern auch auf Benefizkonzerten und Wettbewerben. Einen ersten Platz erspielte sich "Big Stroke" 2014 beim Bandcontest "On Stage" in Lüdenscheid. Als Siegprämie durfte die Band drei ihrer Lieder in einem professionellen Tonstudio aufnehmen, woraus eine CD entstand. Weitere Aufnahmen sind geplant.

Gegründet wurde "Big Stroke" aus Mitgliedern des CVJM Herweg. "Es wurde kurzfristig eine Band für den Biker-Gottesdienst gebraucht", erinnert sich Zielke. Seit drei Jahren organisiert die Band das R.I.D.S-Festival mit mehreren Bands. "Voraussetzung ist, dass sie eigene Lieder spielen", sagt Zielke. Die Einnahmen fließen in die Jugendarbeit des CVJM Herweg.

Bei Auftritten in der Region werden die Musiker immer von Freunden, Bekannten und ihren treuen Fans begleitet und unterstützt. "Wir versuchen den Spaß, den wir an der Musik haben, auf der Bühne rüberzubringen. Das kommt gut an bei den Fans", sagt der Frontmann.

Weitere Auftrittsangebote sind immer willkommen. Gerne würde "Big Stroke" auch einmal beim Altstadtfest auf der Bühne stehen. "Es gibt gute Bands in der Stadt, da muss man gerade in Zeiten von Wirtschaftszwängen nicht auf teure Bands zurückgreifen", ist Daniel Zielke überzeugt.

Den Winter möchte die Hückeswagener Rockband nutzen, um an neuen Stücken zu arbeiten und sich einen neuen Schlagzeuger zu suchen. Florian Schröder verlässt die Band, um sein duales Masterstudium bei Porsche in Stuttgart anzufangen. "Wenn Not am Mann ist, kann ich ja nochmal hochkommen", verspricht er seinen Musikerkollegen. "Ein schnelles Auto hast Du ja dann", merkt Daniel Ziele in Bezug auf den Arbeitgeber lächelnd an.

Quelle: RP
 
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