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Hückeswagen
Am Adventsfenster warten Nachbarn aufs Christkind

Hückeswagen. In Kleineichen treffen sich in der Adventszeit Anwohner fast an jedem Abend - für sie eine Sternstunde im Jahr. Von Maren Panitz

Es war immer gerade gemütlich dunkel geworden, als sich im Advent viele Nachbarsfamilien mit Kindern und Hunden in froher Vorweihnachtsstimmung vor geheimnisvoll verschlossenen Fenstern in Kleineichen trafen. Auch Daniela und Kai Greb hatten die stimmungsvolle Aufgabe, ihr Adventsfenster für die Nachbarschaftsaktion zu eröffnen. Unter dem Applaus der etwa 40 Besucher erstrahlte schließlich eine herrlich bunte Wald- und Weihnachtslandschaft aus Fotokarton und Transparentpapier mit Tieren, Tannenbäumen und zahllosen vielfarbigen Sternen. Für viele Nachbarn ist diese Aktion eine wahre "Sternstunde" im Jahresverlauf.

"Diese Adventsaktion findet hier in der Siedlung zum dritten Mal statt, und die Vorbereitungen machen uns immer wieder Spaß", meinte die Gastgeberin des 19. Adventsfensters, Daniela Greb. Seit 2011 öffnen die Anwohner Kleineichens im jährlichen Wechsel mit ihrem Winterfest am 1. Dezember für die Nachbarschaft ein Törchen in ihren Fenstern. "Mit diesen geselligen Zusammenkünften läuten wir hier in der Siedlung mit viel Atmosphäre, vielen Leckereien und viel fröhlichem Geplauder die Weihnachtszeit ein", berichten Daniela und Kai Greb.

Auch Roland Kissau, Anwohner und Mitarbeiter des Ordnungsamts, freut sich seit dem ersten Adventsfenster vor vier Jahren auf die Nachbarschaftsgespräche. "Die Treffen sind herrlich zwanglos. Die Kinder spielen Weihnachtslieder oder tragen Gedichte vor, die Erwachsenen rücken mal wieder ein bisschen zusammen", stellte er fest. Kissau vermittelte den Anstoß, dass sich solche Nachbarschaftsaktionen auch in anderen Hückeswagener Siedlungen umsetzen lassen könnten. "Wir haben die Idee für die Adventsfenster ja schließlich nicht abonniert. Es muss sich immer nur ein 'Dorfältester' finden, der die Nachbarn gut genug kennt, um mit ihnen so eine Veranstaltung zu planen", riet er.

Aber bei den liebevoll arrangierten Adventsfenstern leben nicht nur alteingesessene Nachbarn ihre Gemeinschaft. Es ist auch die beste Gelegenheit für neu Hinzugezogene, sich mit den anderen Bewohnern bekannt zu machen. "In diesem Jahr beteiligten sich auch ganz frische' Kleineichener an der Fensteraktion, und es gibt für die nächste Veranstaltung in zwei Jahren schon weitere feste Zusagen", berichtete Shirley Finster erfreut, die vor vier Jahren die Idee zu den Adventsfenstern hatte.

In den ersten beiden Jahren fanden sich tatsächlich jedes Mal 23 Familien, die einen kompletten Adventskalender auf die Beine stellten. In diesem Jahr kamen jedoch zu viele persönliche Verpflichtungen auf die Anwohner zu, so dass sie sich letztlich darauf einigten, nur an jedem zweiten Tag ein Adventsfenster zu öffnen. "Somit haben wir elf gesellige Treffen vor den Fenstern mit insgesamt 17 Familien", rechnete Shirley Finster aus.

Das große Finale feierte die Kleineichen-Gemeinde dann traditionell am Abend vor dem 24. Dezember mit einem gemeinsamen Fackelumzug rund um die Siedlung, vorbei an allen geöffneten Adventsfenstern. "Eine bessere Einstimmung auf Weihnachten kann es gar nicht geben", waren sich die Kleineichener einig.

Quelle: RP
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