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Hückeswagen
An der Bever freiwillig lernen in den Ferien

Hückeswagen: An der Bever freiwillig lernen in den Ferien
Im idyllisch am Bever-Ufer gelegenen Fritz-Perls-Institut beschäftigen sich in der zweiten Herbstferienwoche zwölf Jugendliche aus ganz NRW intensiv mit den Themen "Beziehung" und "Begabung". FOTO: Moll
Hückeswagen. Zwölf Jugendliche aus ganz NRW beteiligen sich derzeit im Fritz-Perls-Institut an der Bever-Talsperre an dem Projekt "LernFerien NRW". Unter der Anleitung von zwei Beratern sollen eigene Begabungen entdeckt und gefördert werden. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist eine kreative, positiv aufgeladene Atmosphäre im Schulungsraum des Fritz-Perls-Instituts direkt am Bever-Ufer in Wefelsen. Elf Mädchen und ein Junge im Alter von 15 bis 18 Jahren nehmen in dieser Woche an einem der zahlreichen Einzelprojekte des Angebots "LernFerien NRW" des Bildungsministeriums teil. Zum sechsten Mal wird der Kursus von Beraterin Meike Braun aus Langenfeld und ihrem Dortmunder Kollegen Christopher Frentrup geleitet. Die Europäische Akademie ist für Braun der perfekte Ort: "Ich will immer nach Hückeswagen, um den Kursus zu machen. Zum einen arbeitet das Institut, wie ich, nach der humanpsychologischen Schule, zum anderen ist die Lage an der Talsperre unfassbar schön und inspirierend."

Eigentlich ist Platz für bis zu 25 Jugendliche. Dass es in dieses Mal nur zwölf sind, liegt laut Braun ein wenig an der Ausrichtung des Projekts, das den etwas sperrigen Titel "In Beziehung zu mir. In Beziehung mit der Welt. Begabung und soziale Verantwortung." trägt. "Ich hatte aber auch schon die volle Teilnehmerzahl. Ich weiß nicht, warum es in diesem Jahr ein wenig schleppend gelaufen ist", sagt die Beraterin.

Die Auswahl der Teilnehmer ist bewusst so ausgelegt, dass sie sich vorher nicht kennen: "Jede Schule in NRW wird vom Ministerium angeschrieben - pro Schule kann ein Schüler teilnehmen", sagt Braun. Die Jugendlichen werden von ihren Lehrern entweder direkt angesprochen, oder sie können sich auf die Ausschreibung hin an ihre Lehrer wenden. Es zählen keine Noten oder andere messbare Leistungen, betont die Projektleiterin. "Die Schüler sollen nur ein besonderes Interesse an der eigenen Entwicklung zeigen", sagt Braun.

Denn diese zu fördern, darum geht es in der Woche an der Bever. "Wir wollen die Schüler auf eine völlig außerschulische Art inspirieren und ihr Selbstbewusstsein fördern", erläutert Braun. Dafür sei es besonders wichtig, dass man sich vorher nicht kenne, sagt die Beraterin weiter. "Es gibt bei uns keine Noten, man ist hier völlig frei von Erwartungsdruck." So sei schon bis in die Nacht hinein diskutiert worden, die Jugendlichen seien richtig schwer zu unterbrechen gewesen. "Das ist eine tolle Erfahrung für sie."

Neben den Gesprächsrunden mit und ohne die Berater, in denen es um Themen geht wie "Was kann ich aus mir machen?", "Was ist moralisch und ethisch richtig?" oder "Was kann ich aus mir machen, damit die Gesellschaft etwas von mir hat?", sind auch mehrere Referenten zu unterschiedlichen Themen eingeladen. "So kommt etwa ein Datenforensiker zu uns, mit dem die Jugendlichen das große Thema 'Freiheit und Internet' besprechen", sagt Braun. Wie ist das eigentlich mit der freien Meinungsäußerung im Internet? Wie gehe ich mit Gegenwind von anonymen Hetzern um?

Mit einem Wudang-Meister geht es in einer Qi-Gong-Runde um das Thema "Was kann ich aus meinen Begabungen machen?". Denn oft wird von begabten Jugendlichen ein bestimmter Bildungsweg erwartet. "Es geht aber darum, das Richtige für sich selbst zu machen. Dahin wollen wir die Jugendlichen führen", betont Braun. Langfristiges Ziel des Projekts sei die Förderung und Stärkung von emotionaler Intelligenz zum Wohle der Gesellschaft.

Und natürlich gibt es auch Einheiten zur Entspannung: "Wir gehen zum Klettern in den Klettergarten oder machen einen Kinoabend. Das soll den Jugendlichen dann einfach nur Spaß machen", sagt Meike Braun.

Quelle: RP
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