| 00.00 Uhr

Hückeswagen
Angler ertrinkt in der Wupper-Talsperre

Hückeswagen: Angler ertrinkt in der Wupper-Talsperre
Mit dem DLRG-Rettungsboot wurde der Bewusstlose zum Bootssteg am Haus Hammerstein gebracht. Dabei wurde er permanent reanimiert. FOTO: Heike Karsten
Hückeswagen. Ein 85-Jähriger ist gestern Nachmittag nach einem Unfall in der Wupper-Talsperre gestorben. Taucher fanden ihn nahe dem Haus Hammerstein in dreieinhalb Metern Tiefe. Er wurde zwar noch reanimiert, starb später aber in der Klinik. Von Stephan Büllesbach und Heike Karsten

Notärztin und Rettungssanitäter hatten den Mann, nachdem er gegen 17.10 Uhr von Tauchern unter der Wasseroberfläche zwischen dem Haus Hammerstein und der Vorsperre treibend gefunden worden war, zwar noch reanimiert. Und er war auch noch mit dem Rettungswagen ins Remscheider Sana Klinikum gebracht worden. Doch auf der Intensivstation starb der 85-Jährige gegen 19 Uhr, wie die Polizei am Abend mitteilte.

Nach Zeugenangaben wollte der Remscheider, der unterhalb von Haus Hammerstein aus mit seinem Kanu losgefahren war, gegen 15 Uhr auf dem gegenüberliegenden Ufer anlegen. "Dabei verlor er offensichtlich die Kontrolle über das Boot, das dann abtrieb", berichtete die Polizei. Daraufhin entkleidete sich der Mann und schwamm hinterher, um es zurückzuholen. Das war bereits etwa 35 Meter vom Ufer entfernt. Nach kurzer Zeit rief der Angler um Hilfe, verschwand schließlich unter Wasser und tauchte nicht mehr auf.

90 Minuten lang war auch ein Polizeihubschrauber an der Suche beteiligt. Dabei kreiste er teilweise nur wenige Meter über der Wasseroberfläche. FOTO: Karsten Heike

Zwei andere Angler, die ihn zuvor im Boot auf der Talsperre hatten fahren sehen, alarmierten gegen 15.15 Uhr die Rettungsleitstelle des Kreises, weil der Mann nicht mehr zu entdecken war. Umgehend wurde ein Großeinsatz ausgelöst. Ein Großaufgebot an Rettungskräften suchte fast zwei Stunden in und an der Wupper-Talsperre nach dem Vermissten. Das Kanu war schnell auf dem Wasser treibend entdeckt und mit Hilfe des DLRG-Rettungsboots an Land gezogen worden. Da auch das Auto des 85-Jährigen auf dem Parkplatz am Haus Hammerstein stand, war klar, dass er sich noch im Wasser oder auf der anderen Uferseite befinden musste.

Alexander Erbes hatte den Rettungseinsatz von der Terrasse von Haus Hammerstein aus beobachtet: "Ich kenne den Mann. Er angelt hier fast jeden Tag. Ich hoffe, er ist irgendwo an Land", äußerte sich der Hausmeister der Einrichtung wenige Minuten nach dem Beginn des Großeinsatzes besorgt.

Weil sich die Fundstelle im Wasser zwischen zwei Uferbereichen befand, die nach Aussage von Stadtbrandinspektor Karsten Binder in einer unwegsamen Umgebung lag und die Rettungskräfte daher nicht über den Landweg ans Ufer gelangen konnten, mussten die Notärztin und die Rettungssanitäter mit dem DLRG-Rettungsboot dorthin gebracht werden. Auf dem Boot war umgehend mit weiteren Reanimationsmaßnahmen begonnen worden. Schließlich wurde dem Bewusstlosen ein Defibrillator auf die Brust geschnallt, der bis zum Eintreffen am Bootssteg ständig pumpte.

Dort nahmen Feuerwehrleute die Trage mit dem 85-Jährigen in Empfang und brachten ihn zum Rettungswagen am Ufer. Darin wurde der Verunglückte anschließend ins Sana Klinikum gebracht, wo er rund 80 Minuten später den Kampf um sein Leben verlor.

Unter den Einsatzkräften waren vier Taucher der DLRG Radevormwald und der Berufsfeuerwehr Köln sowie Mitglieder der DLRG-Ortsgruppen Hückeswagen, Marienheide und Wermelskirchen. Ein Polizeihubschrauber suchte zu Beginn - teilweise nur wenige Meter über der Wasseroberfläche fliegend - für etwa 90 Minuten das Wasser, die Uferbereiche und das weitere Umfeld nach dem Vermissten ab. "Das macht in den ersten Minuten nach dem Notruf am meisten Sinn", betonte Binder. Die Taucher suchten unter Wasser, und fünf Boote fuhren entlang der unwegsamen Uferbereiche und forschten dort nach dem Remscheider. Auch eine Wärmebildkamera der DLRG Wermelskirchen kam zum Einsatz.

Die Polizei sicherte das grüne Kanu des zu diesem Zeitpunkt noch vermissten Anglers, in dem sich das Angel-Equipment befand. "Der Köder hing noch am Haken", sagte Feuerwehrmann und Angler Dirk Hövel. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern an.

Quelle: RP