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Hückeswagen
Angler reißen die drei Entenhäuschen ab

Hückeswagen: Angler reißen die drei Entenhäuschen ab
Mit Vorschlaghammer und Schutzmaske im Einsatz an den Entenhäuschen im Stadtpark (v.l.): Markus Kalinke, Dietmar Witte, Michael Rücker, Dieter Klewinghaus, Ingo Hof und Romuald Kloskowski. FOTO: moll
Hückeswagen. Der Hückeswagener Sportanglerverein ist am Samstag den maroden Entenhäuschen im Stadtpark bei strömendem Regen mit dem Vorschlaghammer zu Leibe gerückt. Die neuen Gebäude sollen bereits im Spätsommer wieder stehen. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Enten, sonst friedlich paddelnd auf dem ganzen Stadtpark-Teich unterwegs, haben sich am Samstagvormittag zurückgezogen. Zu laut war ihnen wohl der Lärm, der an den nach den Wasservögeln benannten Häuschen herrschte. Kein Wunder, schließlich waren da sieben Mann, teils mit Vorschlaghämmern ausgerüstet, zu Gange und brachen die maroden Entenhäuschen auf rustikale Art und Weise bis auf zwei Seitenwände ab. Die Stadt hatte den Hückeswagener Sportanglern die Gebäude im Januar 2015 für die kommenden fünf Jahre mietfrei zur Verfügung gestellt - mit der Auflage, dass die Angler den Abbruch der drei Gebäude sowie ihren Wiederaufbau in Eigenleistung übernehmen würden. Die Materialkosten in Höhe von etwa 18.000 Euro wurden von der Stadt zur Verfügung gestellt.

Unbeachtet von Enten und der restlichen Hückeswagener Öffentlichkeit starteten die Abbrucharbeiten bereits am vorvergangenen Wochenende, sagte Dieter Klewinghaus, Geschäftsführer der Hückeswagener Entwicklungsgesellschaft (HEG) und Vorsitzender des Sportangelvereins, einem von zwei Anglervereine in der Schloss-Stadt. "Da haben wir die Vorbereitungen im Inneren der Häuschen getroffen, damit wir am Samstag mit dem Abbruch direkt loslegen konnten."

Zudem mussten sich die Sportangler um die Pumpe für den Springbrunnnen des Stadtpark-Teichs kümmern, die in einem der Häuschen untergebracht ist. "Die großen Schachfiguren wurden hier gelagert, die mussten auch raus", sagte Klewinghaus schmunzelnd.

Seit 9 Uhr morgens waren die Mitglieder des Sportanglervereins am Samstagvormittag statt mit Rute und Köder mit Hammer und Schaufel im Stadtpark bei der Arbeit. Und es war eine ganze Menge zu tun. Der Regen machte die Arbeit auch nicht angenehmer. Gegen den Feinstaub, der beim Zertrümmern der Wände entstand, und der auch von der als Dämmstoff verwendeten Glaswolle noch in der Luft im Inneren der Entenhäuschen vorhanden war, schützten sich die Angler mit Atemmasken. Brillenträger Klewinghaus hatte bei der anstrengenden Arbeit zudem mit einer ständig beschlagenen Brille zu kämpfen.

Dennoch ging es schnell voran: Schon nach zwei Stunden war die vordere Wand des rechten Häuschens dran und die weiß getünchten Ziegelsteine konnten der Wucht der Hammerschläge nicht lange standhalten. Zwei Container standen für den Schutt bereit, einer war bereits bis oben hin voll. "Da haben wir die leichteren Abfälle reingeworfen, die Glaswolle etwa, oder Holzschutt", erklärte Klewinghaus. Für die groben und schweren Abfälle, also die Ziegelsteine und Wandelemente, die abgerissen wurden, stand ein zweiter Container bereit.

Beim Blick ins Innere der drei Gebäude wurde schnell klar, dass der Abriss nicht nur der Schönheitspflege der in die Jahre gekommenen Entenhäuschen diente, sondern dringend notwendig war. "Die jetzt freigelegten Holzwände in den Entenhäuschen sind komplett verschimmelt, es hat hier ja wochenlang reingeregnet, nachdem unbekannte Vandalen das Dach beschädigt hatten. Die Entenhäuschen hätten also auf jeden Fall erneuert werden müssen", sagte Klewinghaus.

Der Rest der Arbeiten wird, soweit möglich, ebenfalls von den Vereinsmitgliedern erledigt, Unterstützung hat man sich bei örtlichen Handwerksbetrieben geholt, sagte Klewinghaus. "Bis zum Spätsommer wollen wir den Neubau fertig haben."

Und spätestens dann können auch die Enten wieder in Ruhe auf ihrem Teich paddeln.

Quelle: RP
 
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