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HÜckeswagen
Anwältin nicht bezahlt - vor Gericht gelandet

HÜckeswagen. Ständige Probleme mit dem Geld und die wenig glückliche Beziehung zu einem unzuverlässigen Mann brachten jetzt eine 54-jährige Hückeswagenerin vor den Strafrichter am Amtsgericht in Wipperfürth. Von Brigitte Neuschäfer

Die Anklage legte ihr einen gemeinschaftlich mit ihrem Lebensgefährten begangenen Betrug zur Last.

Im Februar 2016 hatte die Frau mit ihrem Partner, von dem sie sich inzwischen getrennt hat, eine Rechtsanwältin mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt. Denn ihr drohte die Wohnungslosigkeit, nachdem ihr Vermieter wegen aufgelaufener Mietschulden ein Räumungsverfahren gegen sie angestrengt hatte. Die etwa 140 Euro für das erste Beratungsgespräch mit der Anwältin bezahlte die Frau nicht, auf spätere Mahnschreiben reagierte sie auch nicht. "Sie hätten wissen müssen, dass Sie die Rechnung nicht würden bezahlen können, nachdem sie schon 2015 eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben hatten", hielt ihr der Richter vor. Damit sei der Straftatbestand des Betruges erfüllt.

Die 54-Jährige wies jedoch jede Schuld von sich. Ihr damaliger Freund habe ihr gesagt, dass sie sich nicht weiter kümmern müsse, weil er die Anwaltskosten übernehmen werde. "Und ich bin natürlich davon ausgegangen, dass er das dann auch macht." Mahnschreiben habe sie nie bekommen, auch daran sei garantiert der Ex-Partner schuld. Offenbar habe er mehrfach an sie gerichtete Post einfach verschwinden lassen. "Ich finde heute noch Briefe, die er irgendwo in der Wohnung versteckt hat und falle dann aus allen Wolken." Mit der Trennung von dem Mann habe sie einen Schlussstrich unter die schwierige Vergangenheit ziehen wollen, die sie nun aber doch immer wieder einhole.

Der Richter stellte das Strafverfahren gegen die Hückeswagenerin vorläufig ein - mit der Auflage, dass sie 260 Euro bezahlt und damit den der Anwältin entstandenen Schaden wiedergutmacht. Die Frau, die von Krankengeld lebt und ihren erlernten Beruf wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr ausüben kann, zeigte sich sichtlich erleichtert. "Ich will das aus der Welt schaffen und endlich ein neues Leben beginnen." In wenigen Wochen wird sie deshalb Hückeswagen verlassen und nach Norddeutschland ziehen. "Da sind die Mieten nicht so hoch, und ich kann auch wieder Arbeit finden."

Quelle: RP
 
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