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Heisser Draht
Anwohner verärgert über "Raser" auf K5

Heisser Draht: Anwohner verärgert über "Raser" auf K5
An der Geschwindigkeit auf der K 5 scheiden sich die Geister: Die Anwohner beschweren sich über die vielen "Raser", Polizei und Straßenverkehrsamt haben in der Vergangenheit keine signifikanten Tempoverstöße festgestellt. FOTO: J. Moll
Hückeswagen. Während die Anwohner einen "Starenkasten" zur Geschwindigkeitsüberwachung für die vielbefahrene Kreisstraße fordern, sehen die Behörden keine Handlungsmöglichkeiten: Die K5 sei kein Unfallschwerpunkt, und gerast würde auch kaum. Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen Horst Leymann lebt seit vielen Jahren in Westhoferhöhe, und sein Haus steht direkt an der vielbefahrenen Kreisstraße 5. Das macht ihm und offenbar auch seinen Nachbarn zu schaffen. Da sind zum einen die schweren Laster, die auch nachts an seinem Haus vorbeidonnern. Er ärgert sich über die Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die maximal erlaubte Geschwindigkeit von 60 Kilometern in der Stunde hielten. Und jetzt mit dem sonnigen und wärmeren Wetter kommen auch noch die "Brüllhörner", wie Leymann die Motorräder nennt. Dieser Tage waren sie wieder deutlich zu hören.

Seine Frau und er sind nicht die Einzigen, denen die "Raser" auf der K 5 gewaltig gegen den Strich gehen. "Wir Anwohner haben eine Interessengemeinschaft gebildet und Unterschriften gesammelt", berichtet Leymann. Ziel ist es, dass der Verkehr "eingebremst" wird. Zum Beispiel durch eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachung. Für diesen "Starenkasten" sei genügend Platz im Bereich Westhoferhöhe, versichert der Anwohner.

Von den Behörden fühlt er sich im Stich gelassen. Vor einigen Jahren sei der Kanal erneuert worden, danach war die Fahrbahn "total kaputt. Getan hat sich seitdem nichts", klagt Leymann. Anders sei das noch zu Zeiten von Bürgermeister Norbert Jörgens (1997 bis 2004) gewesen. "Der hat sich mal einen Sonntagnachmittag hier bei uns in den Garten gesetzt und festgestellt, was das für ein Lärm ist." Drei Tage später sei der Asphalt erneuert worden.

Für Horst Leymann jedenfalls steht fest, dass sich an der Kreisstraße 5 dringend etwas ändern muss: "Tempo 60 fährt hier keiner, selbst die Lkw nicht." Und mit Blick auf den geforderten "Starenkasten" macht er unmissverständlich klar: "Hier muss so eine Kiste hin!"

Doch sein Wunsch wird sich nicht erfüllen: Sowohl Kreisverwaltung als auch Polizei sehen auf der K 5 keinen Handlungsbedarf, mit einer stationären Radaranlage tätig zu werden. "Aus unserer Sicht ist die Kreisstraße vollkommen unauffällig", berichtet der zuständige Dezernent beim Kreis, Dr. Christian Dickschen. Grundlage für diese Aussage ist die Auswertung eines Messgeräts, dessen Aufstellung im vorigen Jahr nach einer Bürgeranhörung beim Bürgermeister von der Stadtverwaltung angeregt worden war. Dickschen: "Die Durchschnittsgeschwindigkeit in die eine Richtung betrug 57, in die andere Richtung 63 Kilometer in der Stunde." Ausreißer nach oben seien selten gewesen.

Für die Straßenverkehrsbehörde seien die Durchschnittswerte maßgeblich um zu handeln. Es müsste ein Unfallschwerpunkt sein, oder es müssten eklatante Tempoverstöße festgestellt werden. All das sei nicht der Fall auf der K 5.

Das sieht auch Jürgen Dzuballe so. Der Sprecher der Kreispolizeibehörde erklärte ebenfalls, dass die Geschwindigkeitsverstöße auf der Kreisstraße "nicht zwingend auffällig sind". Das hat die Auswertung der gelegentlichen Radarkontrollen ergeben. In den vergangenen drei Jahren, seit Januar 2013, hat es laut Dzuballe auf der K 5 acht Unfälle gegeben, bei denen zwei Menschen schwer und fünf leicht verletzt wurden. Daher sei der Bereich kein Unfallhäufungspunkt, erläuterte der Polizeisprecher. "Die K 5 ist allerdings die Einfahrtsstrecke für Motorräder", weiß Dzuballe und versichert: "Wir werden daher jetzt wieder verstärkt messen."

Quelle: RP
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