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Hückeswagen
Arbeit im Fledermaus-Tunnel

Hückeswagen: Arbeit im Fledermaus-Tunnel
Der Höhsieper Tunnel bekommt derzeit die Schutzwand für die Fledermäuse. Der Kreis hatte deren Bau gefordert, damit die nachtaktiven Tiere geschützt werden. Die Stadt hatte sich dem nur widerstrebend gebeugt. FOTO: Dörner
Hückeswagen. Die Fledermäuse sind aus ihrem Winterschlaf erwacht, jetzt wird im Höhsieper Tunnel die Wand zu ihrem Schutz eingebaut. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten beendet sein, danach wird der Radweg freigegeben. Von Stephan Büllesbach

Die etwa zwei Handvoll Fledermäuse im Höhsieper Tunnel dürften einen angenehmen Winterschlaf gehabt haben. Radfahrer, Jogger oder Fußgänger hatten nicht gestört, weil beide Eingänge des 220 Meter langen Tunnels mit Brettern zugenagelt waren.

Außerdem waren die Temperaturen im Inneren angenehm. "Dort war es immer über null Grad", sagte Bauamtsleiter Andreas Schröder gestern auf BM-Anfrage. Erstaunlicherweise seien dort keine Schäden am Mauerwerk entdeckt worden. Lediglich die Tunneleingänge wiesen auf etwa 20 Metern den einen oder anderen Frostschaden auf.

Der Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Mühlenweg und Bergisch Born führt durch den Höhsieper Tunnel. Weil ein Gutachter des Kreises dort acht Fledermäuse entdeckte, die im Übrigen keiner bedrohten Art angehören, musste der Tunnel bis Ende März wegen des Winterschlafs der Tiere geschlossen bleiben. Damit der Radweg zukünftig auch im Winter genutzt werden kann, erhielt die Stadt als Auflage, eine Schutzwand einzuziehen.

Raues Holz für Fledermäuse

Das geschieht jetzt. Den Auftrag für die Arbeiten erhielt die Wipperfürther Firma Wagener & Hendrich. Zunächst wurden an beiden Eingängen die durch den Frost beschädigten Innenwände gesandstrahlt und danach neu verfugt. Dann wird im Abstand von 1,20 Meter zu einer Wand ein Holzständerwerk errichtet, das mit Brettern verkleidet wird. "Diese Schwartenbretter sind rau und haben teilweise noch Rinde, so dass sich die Fledermäuse daran festhalten können", erläuterte Schröder.

Danach werden davor so genannte Sandwich-Platten (mit einem ausgeschäumten Kern zwischen einer Blechverkleidung) installiert. "Die Radfahrer gucken auf eine glatte Wand, die Fledermäuse auf die Holzwand – damit sich jeder wohl fühlt", meinte Schröder augenzwinkernd.

Wenn die Schutzwand fertig gestellt ist – eine abgesperrte Tür soll verhindern, dass Unbefugte in den Schutzbereich der Fledermäuse eindringen können –, wird die Beleuchtung installiert. An der Wand werden in drei Meter Höhe Lampen angebracht, deren Licht schräg nach unten leuchtet. So lange sich kein Mensch im Tunnel aufhält, werden sie nur zehn bis 20 Prozent Licht abgeben. Sobald sich aber Radfahrer oder Fußgänger nähern, geht das Licht dank Bewegungsmelder komplett an. "Das Gewölbe bleibt im Dunkeln, so dass die Fledermäuse nicht gestört werden", versichert Schröder.

Ende Juni sollten die Bauarbeiten beendet sein. Danach könnte das Radweg-Teilstück offiziell freigegeben werden. Das ist bereits größtenteils fertig gestellt. "Alle Rampen, Böschungen und Bauwerke sind inzwischen absturzsicher", sagte Schröder. Lediglich am ehemaligen Viadukt in Dörpe fehlen noch die Umlaufsperren, die – ähnlich wie in Kleineichen – verhindern sollen, dass Radfahrer ungebremst vom Radweg auf die Straße fahren.

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www.rp-online.de/hueckeswagen

(RP/rl)
 
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