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Hückeswagen
"Auf Kaffeefahrten und andere Betrugsversuche nicht eingehen"

Hückeswagen. Eigentlich sollte es allen längst klar sein, trotzdem fahren immer wieder vornehmlich Senioren mit: Kaffeefahrten zielen im Grunde genommen nur darauf ab, minderwertige Waren - die oft nur dafür hergestellt werden - zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Mit perfidem psychologischen Druck werden dabei die Teilnehmer eingeschüchtert und zum Kauf gedrängt. Das war eines der Themen im Vortrag "Schutz vor Kriminalität im Alltag" von Walter Steinbrech. Der Kriminalhauptkommissar war zusammen mit dem Hückeswagener Bezirksbeamten, Polizeihauptkommissar Andreas Roth, von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) ins Gemeindehaus eingeladen worden. Bereits im Januar 2016 hatte der Experte Tipps und Ratschläge parat, wie man sich vor Gaunern schützen kann.

Dieses Mal ging es neben Kaffeefahrten um Vertragsfallen, Trickbetrug und Trickdiebstahl. Ganz besonders häufig haben es Betrüger an der Haustür auf Senioren abgesehen, die sich in ihren vier Wänden vermeintlich sicher fühlen, machte Steinbrech deutlich. Ziel dieser unliebsamen Besucher sei es, in die Wohnung gebeten zu werden. Denn dort sind in aller Regel weder Zeugen noch andere Personen zu erwarten, die ihre Pläne durchkreuzen könnten.

Die Täter treten dabei in unterschiedlichen Rollen auf, berichtete der Kriminalhauptkommissar: Mal geben sie sich als seriös gekleideter Geschäftsmann aus, mal kommen sie als Handwerker in Arbeitskleidung und schrecken dann auch nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen (die leicht im Internet herzustellen sind). Somit verschaffen sie sich Zutritt in die vier Wände ihrer Opfer, um Schmuck und Bargeld zu stehlen. Sogar als Hilfsbedürftiger - etwa, indem jemand um ein Glas Wasser bittet - oder angebliche Amtsperson werden die Gauner vorstellig. "Um ans Ziel zu gelangen, überraschen die Täter immer wieder durch außerordentlichen Ideenreichtum", hat Steinbrech festgestellt. Er riet daher: "Besser niemanden in die Wohnung lassen und einen Nachbarn oder die Polizei um Hilfe bitten."

Eine Masche, die vorige Woche in Wipperfürth wenigstens einmal zum Erfolg führte, ist, dass sich Betrüger als Polizisten ausgeben. "Die Polizei bittet aber weder um Geldbeträge, noch um Wertgegenstände. Auch nicht am Telefon", betonte Steinbrech. Deshalb sollte man konsequent auflegen. Als Nachbar sollte man aufmerksamer sein und ein wenig mehr auf seine Mitmenschen achten. "Wenn etwas verdächtig erscheint, rufen Sie die Polizei unter 110 an", appellierte der Polizist. "Lieber mehr als zu wenig."

Das gilt im Übrigen auch im Falle von Kaffeefahrten: Wer sich zu sehr von den Verkäufern bedrängt fühlt, sollte in einer solchen Situation die Polizei anrufen. Besser sei es hingegen, erst gar nicht an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.

Für kommendes Jahr plant die kfd erneut einen Vortragsnachmittag mit Kriminalhauptkommissar Walter Steinbrech, dann zum Thema "Internetkriminalität". www.polizei-beratung.de

(büba)
 
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