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Hückeswagen
Auf kleinem Dienstweg bei Problemen

Hückeswagen: Auf kleinem Dienstweg bei Problemen
FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Hückeswagen. Seit fast einem Jahr ist Jutta Haybach die Behindertenbeauftragte der Stadt. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung zieht eine positive Bilanz über ihre ersten knapp zwölf Monate in diesem Amt. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten klappe gut. Von Stephan Büllesbach

Kleinere Probleme kann Jutta Haybach auf dem kleinen Dienstweg erledigen. Und das nicht nur, weil sie seit 34 Jahren bei der Stadt Hückeswagen arbeitet (und dort für die Rentenangelegenheiten zuständig ist), sondern weil sie auch ein gutes Verhältnis zu den Verantwortlichen im Rathaus hat. So berichtete ihr ein Rollstuhlfahrer, dass zwischen der zur Bongardstraße hin gelegenen Rampe des Jobcenters an der Marktstraße und dem Asphalt etwa zehn Zentimeter nicht befestigt waren. "Rauf kommt man ohne Probleme, aber wenn der Rollstuhl beim Runterfahren hängen bleibt, stürzt sein Fahrer", berichtet die 53-Jährige. Sie kontaktierte umgehend Bauamtsleiter Andreas Schröder, der wiederum den Vermieter, die GBS, informierte. "Innerhalb einer Woche war das Problem gelöst", sagt Jutta Haybach.

Zum 1. August hatte die Hückeswagenerin Andreas Gotter abgelöst, der seit 2003 die Aufgaben eines Behindertenbeauftragten wahrgenommen hatte. Er musste das Ehrenamt jedoch aufgeben, weil ihm seine berufliche Tätigkeit beim Katasteramt in Leverkusen kaum noch Zeit für die Teilnahme an den Ausschusssitzungen ließ.

Jutta Haybach hingegen hat dieses Problem nicht. Als Mitarbeiterin der Stadt und Anwohnerin der Marktstraße hat sie nur kurze Weg zu den Ansprechpartnern und zum Ratssaal. So hat die Frau, die selbst stark sehbehindert ist, als Behindertenbeauftragte unter anderem das beratende Rede- und Teilnahmerecht an den Sitzungen des Rates und der Fachausschüsse. "In den Sozialausschuss gehe ich regelmäßig. In die anderen nur dann, soweit sie mich betreffen und die Tagesordnung etwas für meine Belange hergibt", sagt sie.

Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, etwa mit der Stadt und dem Verein "Mittendrin", funktioniere hervorragend, versichert Jutta Haybach. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie sich als "Verfechterin des Mitteinanders" sieht. "Manchmal reicht einfach ein Gespräch, um ein Problem zu lösen", sagt sie. So hat sie etwa den Bauamtsleiter darauf angesprochen, dass auf den Plänen für die Umgestaltung des Etapler Platzes der Taxistand falsch eingezeichnet war. "Der muss dahin, wo die Leute ihn auch sehen", stellt sie klar. Jetzt werde darüber neu nachgedacht.

Die Behinderten-Beauftragte ist zufrieden, wie es momentan in Hückeswagen läuft. Das Haushaltssicherungskonzept sei auch kein Problem in Sachen Behindertenfreundlichkeit. "Bei größeren Sachen muss man halt schauen, was es hergibt", unterstreicht Jutta Haybach. Natürlich wäre gerade für die Belange von Behinderten Vieles wünschenswert. "Aber es muss auch machbar sein." Die 53-Jährige weiß außerdem: "In den vergangenen Jahrzehnten ist doch viel passiert." Die Riffelkanten an den Bordsteinen für Gehbehinderte oder die Hinweise an der Bushaltestelle mittels Leuchtdioden nennt sie als Beispiele.

Wie kurz die Dienstwege sind, macht noch ein anderes Beispiel deutlich. Als die Firma Pflitsch an der Rader Straße im Frühjahr nahe der Wupperbrücke ein Haus abreißen ließ und deshalb auf der Bundesstraße eine Fußgängerampel aufgestellt werden musste, hatte niemand daran gedacht, dass sich in diesem Bereich kein abgesenkter Bordstein befindet. Den benötigen aber Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator, die ansonsten nicht die Kante überwinden könne. Ein Anruf bei Schröder genügte: "Die Ampel wurde einfach ein paar Meter Richtung Wupper versetzt, wo es einen abgesenkten Bordstein gibt", erzählt Jutta Haybach. Vor allem die Betroffenen aus dem nahen Johannesstift dankten es ihr.

Behinderte aus Hückeswagen, die ihre Hilfe benötigten, können sich jederzeit an sie wenden, versichert Jutta Haybach (s. Kasten).

Quelle: RP
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