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Hückeswagen
Außergewöhnlicher Zirkus in der Stadt

Hückeswagen: Außergewöhnlicher Zirkus in der Stadt
Lustig und clownesk ging es zu beim Zirkus auf dem Wilhelmplatz. Dabei zeigten sich die Artisten höchst mutig und präsentierten ihre Fähigkeiten. FOTO: moll
Hückeswagen. Um auf den internationalen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, hatte der Verein "Lebendige Inklusion" zu drei Zirkusvorstellungen eingeladen. Die Zuschauer waren begeistert. Von Cristina Segovia-Buendía

Am Rande der Bierbörse machten 20 junge Artisten am Wilhelmplatz mit einer tollen Show auf den internationalen Tag der Menschenrechte für Menschen mit Behinderung aufmerksam. Anlässlich des internationalen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hatte der Verein "Lebendige Inklusion" an einem Zirkusprojekt gearbeitet. Die Ergebnisse präsentierte er am Donnerstag in drei Vorstellungen vor einem öffentlichen Publikum.

Um die Manege unter freiem Himmel sammelten sich zahlreiche Spaziergänger, die die kleine Show sichtlich genossen. In frosch-grünen T-Shirts mit der Aufschrift "Zirkus Vielfalt" lenkten 20 junge Menschen zwischen zehn und 35 Jahren die Aufmerksamkeit der Spaziergänger an der Islandstraße auf sich. Ein gelb-blaues Kunststoff-Rondell lag ausgebreitet auf den Boden, das an eine Zirkusmanege erinnerte; vor den Türen des Tedi-Marktes hatten die Künstler einen kleinen roten Vorhang befestigt.

Nachdem sich die Artisten vor den Augen der neugierigen Zuschauer in einem Kreis eingeschworen hatten, startete die Show mit einer wichtigen Ansage von Ingo Müllers-Steins, dem Initiator und Vereinsvorsitzenden: "Kommt ruhig näher zu uns heran, wir haben deutlich mehr Angst als ihr. Umso näher ihr bei uns seid, desto sicherer fühlen wir uns." Die Zuschauer folgten den Worten des Initiators und sammelten sich näher um die Manege herum, so dass der vorher offene Raum geschützter schien. Ein schönes Zeichen, dass sich auch auf die Gesellschaft übertragen ließe, sagte der Vorsitzende.

Neu dazustoßende Spaziergänger hatten Schwierigkeiten, auf das Geschehen hinter dem Zuschauer-Halbkreis zu blicken, suchten sich daher kleinere Erhöhungen in der Umgebung aus, um eine bessere Sicht zu bekommen. Voller Elan zeigten sich die Künstler und Hobby-Artisten mit und ohne Behinderung mit ihren neu erlernten Begabungen: Es gab Jonglage-Vorführungen mit Diabolos oder Flowersticks, lustige und clowneske Pantomime-Darbietungen, wagemutige Drahtseil-Artisten und Fakire, Feuerspucker und als krönenden Höhepunkt eine menschliche Pyramide mit allen Akteuren. Die Zuschauer jubelten und klatschten nach jeder Showeinlage, wohlwissend, dass es sich hierbei um ganz besondere Akteure handelte, die im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus gewachsen waren.

"Sie waren sehr mutig und haben sich viel getraut, was am Anfang so nicht denkbar gewesen ist", sagte Beate Müllers, Betreuerin und das "Mädchen für alles" in der Hofgemeinschaft in Niederlangenberg an der Bever. Dort hatten die Artisten seit Februar mit den beiden Zirkuspädagogen Benjamin Bothe und Karsten Söhnchen geprobt und trainiert. "Von Mal zu Mal fiel es unseren Artisten aber leichter", sagten sie. Die Freude war ihnen beim Auftritt deutlich anzusehen.

Finanziell unterstützt wird das Projekt, das ein Jahr lang läuft, von der Aktion Mensch. Weitere Interessierte - mit oder ohne Behinderung - die sich beim "Zirkus Vielfalt" als Artisten ausprobieren wollen, sind willkommen auf dem Hof mit zu proben, ab 23. Mai wieder regelmäßig alle 14 Tage (von 17 bis 20 Uhr).

Die nächste bunte Zirkusvorstellung ist auch geplant: zum Sommerfest des Vereins.

Quelle: RP
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