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Hückeswagen
Ausstellung über Flüchtlingsschicksale

Hückeswagen. Für etwa drei Wochen wird ab Samstag, 20. Februar, eine Ausstellung von "Pro Asyl" im Hückeswagener Kultur-Haus Zach zu sehen sein. Organisiert hat sie der Wuppertaler Bernhard Fedler und seine Gruppe "Kein Mensch ist illegal". Von Wolfgang Weitzdörfer

Das Thema Flüchtlinge ist nach wie vor aktuell. Die Dimensionen der Aufgabe mitten in Europa sind noch gar nicht abzuschätzen. Im öffentlichen Diskurs geht dabei oft die Tatsache unter, dass sich hinter dem Begriff "Flüchtlinge" Menschen mit einer teils grauenvollen Geschichte verstecken. Umso schlimmer ist es da, wenn sie, eben in Europa angekommen, nicht überall menschlich und hilfsbereit aufgenommen werden.

Die Gruppe "Kein Mensch ist illegal" um den ehemaligen Berufsschullehrer Bernhard Fedler aus Wuppertal hat es sich seit bereits seit etwa 15 Jahren zur Aufgabe gemacht, mittels öffentlichkeitswirksamer Aktionen den Blick auf die Menschen zu werfen, die Schutz in Europa und in Deutschland suchen. Mit einer Ausstellung mit dem Titel "Asyl ist Menschenrecht", die von der Vereinigung "Pro Asyl" konzipiert wurde, wird die Gruppe ab dem kommenden Samstag, 20. Februar, im Kultur-Haus Zach in Hückeswagen präsent sein.

"Wir haben uns im Jahr 2000 gegründet. Damals gab es das Wanderkirchenasyl in NRW, in dessen Rahmen etwa 100 katholische und evangelische Gemeinden abgelehnten Flüchtlingen Kirchenasyl gewährt haben. Daraus haben wir uns entwickelt", erklärt der 69-jährige Fedler. Der Schwerpunkt der Gruppe liegt in der Öffentlichkeitsarbeit: "Wir stehen regelmäßig in den Fußgängerzonen, sammeln Unterschriften und machen Musik. Jetzt haben wir uns zu der Ausstellung entschlossen." Der Gruppenname ist weit verbreitet, aber nicht geschützt oder einem Netzwerk zugeordnet. Sieben Bürger aus Wuppertal, Solingen, Remscheid und Hückeswagen haben sich darunter zusammengetan.

Die Ausstellung, die für drei Wochen in den Räumen im Haus Zach zu sehen sein wird, umfasst 25 großformatige Tafeln, teils mit eindrucksvollen Bildern, teils mit vielen Informationen zum Themenkomplex "Flüchtlinge".

Die Ausstellung hat die Menschenrechtsorganisation "Pro Asyl" zusammengestellt, Fedler hat sie dort bestellt. Dabei ist Hückeswagen bereits die zweite Station der Ausstellung. "Wir hatten sie schon einmal in Wuppertal-Elberfeld aufgestellt. Die Resonanzen waren sehr gut, wir haben viele Führungen mit Schulklassen gemacht", berichtet Fedler. Die Fotos seien einerseits beklemmend, andererseits künstlerisch wertvoll. "Mein 'Lieblingsbild' zeigt eine kleine Gruppe Jugendlicher, die am Strand von Patmos in Griechenland sitzt, die Flucht gerade hinter sich. Im Hintergrund sieht man die Fähre, die regelmäßig zwischen der Türkei und Griechenland verkehrt - Normalität. Ein anderes Bild zeigt den Sonnenaufgang über dem syrischen Aleppo, wieder ein anderes einen Afrikaner mit Schwimmweste, der gerade aus dem Meer gerettet wurde." Dazu kommen Texte, Grafiken und Statistiken, die dem Betrachter viele Informationen liefern.

Die Gruppenmitglieder bieten auch Führungen ab der vierten Schulklasse an. "Auch bei der Eröffnung am 20. Februar besteht diese Möglichkeit, was vor allem für Multiplikatoren, also zum Beispiel Lehrer, interessant sein könnte", sagt Fedler. Aber auch während die Ausstellung läuft, besteht die Möglichkeit, Führungen zu buchen. "Man kann mich jederzeit anrufen, dann organisieren wir das", sagt Fedler.

Quelle: RP
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