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Hückeswagen
B 483: 1100 Motorräder in sechs Stunden

Hückeswagen: B 483: 1100 Motorräder in sechs Stunden
Immer wieder werden Motorradfahrer auf der Bundesstraße 483 vom Ortseingang in Landwehr bis zum Kreisverkehr Grüne kontrolliert. FOTO: hERTGEN (aRCHIV)
Hückeswagen. Die Bundesstraße ist für Motorradfahrer eine der Haupteinfallstraßen von Schwelm über Radevormwald nach Hückeswagen. Polizei und Kreis kontrollieren regelmäßig, gegen Motorradlärm haben sie aber fast keine Handhabe. Von Wolfgang Scholl

Beschwerden über die Vielzahl an Motorradfahrern in der Region gibt es nicht nur in Hückeswagen, sie haben jetzt auch die Nachbarstadt Radevormwald erreicht. Betroffen ist die Bundesstraße 483 im Bereich der Ortschaft Wellringrade. Der Leiter des Radevormwalder Ordnungsamts, Jochen Knorz, erklärte jetzt dazu auf Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass es in diesem Frühjahr Verkehrszählungen gab. "An einem Tag haben wir 1100 Motorräder innerhalb von sechs Stunden in Richtung Grüne gezählt", berichtete er. Eine Lärmbelästigung sei wegen verschiedener Beschleunigungsstrecken nicht wegzureden. Knorz sagte weiter, dass sich das Freizeitverhalten immer mehr hin zum Motorradfahren entwickele.

Polizei und Kreisverwaltung würden zum Beispiel entlang des gesamten Straßenabschnitts von Landwehr bis Grüne, aber besonders auch in der Ortschaft Wellringrade regelmäßig die Geschwindigkeit - erlaubt sind dort 50 km/h -kontrollieren. Das bestätigte Polizei-Sprecherin Monika Treutler. Die Bundesstraße, die auch nach Hückeswagen führt (Rader Straße), gehöre zu den Straßen, die immer im Fokus der Polizei stehen, besonders mit Blick auf Motorradfahrer. Knorz ergänzte, dass eine Reduzierung auf Tempo 30 in Wellringrade nicht möglich sei. Er sieht auch eine stationäre Geschwindigkeitskontrolle als nicht zielführend an. "Die Erfahrung der Kollegen zeigt, dass mobile Kontrollen eine größere Wirkung haben", sagte der Ordnungsamtsleiter.

Stellung bezog er auch zu den Maschinen. Die meisten der kontrollierten Zweiräder seien in einem technisch einwandfreien Zustand, so, wie sie zugelassen sind. Bezüglich einer Lärmminderung könne nur der Bundesgesetzgeber tätig werden. Für die Zulassung von Motorrädern zum Beispiel als Importfahrzeuge sei der Bund zuständig, der die Betriebserlaubnis erteile. "Lärmprobleme bei Motorrädern können wir auf kommunaler Ebene nicht lösen", betonte Knorz.

Hinzu komme, dass die B 483 eine überörtliche Haupterschließungsstraße ist, weshalb die Straße nicht für Motorräder gesperrt werde können. Der Unfall mit einem tödlich verletzten Motorradfahrer am Fronleichnamstag führe nicht dazu, dass der Bereich als Unfallhäufungspunkt anerkannt wird. Als Unfallursache Anfang Juni werde ein Fahrfehler nach einem Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit angesehen.

Das Thema Motorradfahren stehe in Oberberg mittlerweile kreisweit im Fokus. Nach weiteren Zählungen und der Auswertung zahlreicher Überprüfungen soll es nach den Sommerferien auf Initiative des Kreises ein Gesamtgespräch zum Motorradverkehr geben. Probleme treten mittlerweile in verschiedenen Kommunen Oberbergs auf. Knorz schlug vor, dieses Gespräch abzuwarten und sich danach noch einmal mit dem Motorradverkehr in der Stadt auseinanderzusetzen.

Als Maßnahme vorgeschlagen wird der Einsatz sogenannter Dialog-Displays, damit Verkehrsteilnehmer sofort erkennen können, wie schnell sie unterwegs sind. Keine Beschwerden und Probleme gibt es derzeit mit dem Imbisswagen, der im Frühjahr vom Beverdamm an den Kreisverkehr in Rädereichen gezogen ist. "Es gibt dort kein auffälliges Fahrverhalten", berichtet Jochen Knorz.

Quelle: RP
 
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