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Hückeswagen
Bauhof bereitet sich auf Winterdienst vor

Hückeswagen: Bauhof bereitet sich auf Winterdienst vor
Werner Röttel-Vollmerhausen (45) überprüft den Auslauftrichter für Streugut eines Streufahrzeugs. Die Lkw und sonstigen Gerätschaften sind für einen möglichen Wintereinbruch vorbereitet. FOTO: Moll
Hückeswagen. Noch ist der Winter nicht in Sicht, der kann aber schnell hereinbrechen. Der Bauhof von Hückeswagen und Wipperfürth ist darauf vorbereitet: 650 Tonnen Streusalz sind in der Salzhalle eingelagert, eine Rufbereitschaft wird eingerichtet. Von Stephan Büllesbach

Bis auf ein paar vereinzelte Schneeflocken und ein paar leicht frostige Nächten hat der Winter 2017/18 noch nichts von sich spüren lassen. Im Gegenteil, sollen doch die Temperaturen in den nächsten Tagen wieder in den zweistelligen Bereich klettern. Ab Sonntag könnte es allerdings wieder kälter und zum Monatsende hin winterlich werden - Schneefall nicht ausgeschlossen.

Für die Mitarbeiter des Bauhofs ist das alles kein Problem. Die Maschinen für den Winterdienst sind bereits für den Ernstfall vorbereitet, im großen Salzlager im gemeinsamen Bauhof in Wipperfürth lagern noch 650 Tonnen aus der Vorsaison - insgesamt 950 Tonnen passen hinein.

Noch hat Bauhofleiter Magnus Bernhardt keinen Bereitschaftsdienst angeordnet - was angesichts der wenig winterlichen Verhältnisse auch Sinn hat. "Ich gucke immer zwei Tage im Voraus", sagt der 25-Jährige, der seit Oktober 2016 das gemeinsame Team leitet, im Gespräch mit unserer Redaktion. Sollte sich dann der Winter bemerkbar machen, ist noch ausreichend Zeit, die Bereitschaftsdienste an die Mitarbeiter zu verteilen. Zweimal am Tag bekommt Bernhardt zudem von einem Wetterdienst die Mitteilung über die aktuellen Wettervorhersagen.

FOTO: Moll Jürgen

Wenn es dann tatsächlich Schnee geben sollte, fahren gegen 3 Uhr in beiden Städten Kollegen heraus, um zu sehen, ob es auf den Straßen glatt ist beziehungsweise wo mit Glätte gerechnet werden muss. Ist die Wetterlage kritisch, werden sämtliche Mitarbeiter - insgesamt sind 45 Männer und Frauen beschäftigt - umgehend angerufen, so dass sie spätestens um 4 Uhr, im Extremfall auch schon um 3.30 Uhr, mit ihren Streu- und Räumfahrzeugen ausrücken können. Bis 7 Uhr müssen alle neuralgischen Punkte geräumt und gestreut sein. Das sind etwa Steigungen und die Straßen vor Schulen und Kindergärten oder dem Wipperfürther Krankenhaus.

Bernhardt stellt klar: "Wir fahren zur gleichen Zeit nach links und rechts raus." Heißt: Wipperfürth und Hückeswagen werden gleichzeitig geräumt. Er widerspricht damit Vermutungen, die Hansestadt würde vom Bauhof bevorzugt. "Schließlich gibt es einen Räumplan für beide Städte,nach dem gefahren wird."

Bis zu 20 Fahrzeuge sind dann in den beiden Städten unterwegs (s. Info-Kasten), allesamt sind mit Streugeräten ausgestattet. Alle großen Fahrzeuge mit Aufbau haben Rückfahrkameras, so dass die Fahrer der schweren Lkw bei Schneefall aus engen Straßen oder Sackgassen rückwärts wieder herauskommen, ohne geparkte Autos zu beschädigen.

Rücken die Streufahrzeuge frühmorgens aus, werden pro Tour für beide Städte etwa 90 Tonnen Salz geladen. Sind die Fahrzeuge für die Hückeswagener Straßen dann leer, steuern sie das Herweger Lager des Landesbetriebs Straßen an, um auf dessen dort gelagertes Salz zurückzugreifen. Der stellt dann eine Rechnung über die benötigte Menge. Sollte das Salz in der großen Halle an der Wipperfürther Egener Straße nicht ausreichen, "können wir sofort nachbestellen", sagt der Bauhof-Leiter. "Und zwar unbegrenzt."

Zudem sind in der von der Stadt Hückeswagen angemieteten Lagerhalle auf dem ehemaligen Bêché-Gelände weitere rund 40 Tonnen Salz eingelagert. Diese verteilen die beiden Kleintrecker auf den Gehwegen, wenn diese geräumt werden. Für diese Fahrzeuge werden jetzt, wenn Frost zu erwarten ist, Poller und Schranken auf Gehwegen entfernt - etwa an der Marien-, Pfarrer-Giesen-Straße, am Bolzplatz, Tulpen- und Fliederweg. Die würden im Winter ansonsten festfrieren, weil in die Bodenhülsen Wasser hineinläuft. So geschehen in einem zurückliegenden Winter. Die Mitarbeiter hatten alles probiert, sie zu entfernen - ohne Erfolg.

Nicht nur deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass es ein ähnlich milden Winter geben wird wie den vorigen. Bernhardt: "Im Dezember hatte es langsam angefangen, der größte Teil des Januars mussten wir raus, und im Februar war es wieder weniger." Das hat auch wieder Auswirkungen auf die Gebühren für den Winterdienst - die sinken nämlich erneut.

Die vergangenen zehn Winter waren deutlich milder, hat Bernhardt festgestellt. Allerdings gebe es nun große Schwankungen, "auf die wir flexibel reagieren müssen: An einem Tag fällt viel Schnee, tags drauf haben wir fünf Grad plus."

Quelle: RP
 
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