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Hückeswagen
Bauhof setzt verstärkt auf Wildblumen

Hückeswagen: Bauhof setzt verstärkt auf Wildblumen
Städtische Flächen im Stadtpark (Fotos) und an der Zufahrt zum Brunsbachtal wurden 2017 mit Wildblumen bepflanzt. FOTO: M: Bernhardt
Hückeswagen. Mehr Zeit für andere Pflegearbeiten - das war das erklärte Ziel von Bauhofleiter Magnus Bernhardt, der im vorigen Jahr in Hückeswagen zwei Testflächen mit Wildblumen anlegen ließ. Das war erfolgreich, jetzt sollen weitere Flächen folgen. Von Stephan Büllesbach

Was hatte es 2016 und 2017 nicht an teils harscher Kritik am Bauhof gehagelt angesichts von ungepflegten städtischen Grünanlagen, weil vor allem der Rasen hoch stand und nicht gemäht worden war? Dieses Problem hat sich Magnus Bernhardt umgehend angenommen, der seit 2016 den gemeinsamen Bauhof von Hückeswagen und Wipperfürth leitet. Einfach, in dem er auf Testflächen im Stadtpark und an der Zufahrt zum Brunsbachtal Wildblumensamen ausstreuen ließ.

Im Gespräch mit unserer Redaktion verweist er auf die ersten Erfolge. Denn weil diese beiden Flächen nicht mehr während der Vegetationsphase mehrfach gemäht werden mussten, konnten pro Fläche jeweils fünf Arbeitsstunden eingespart werden. Damit hatten die Bauhof-Mitarbeiter wenigstens etwas Zeit gewonnen, die sie in die Unterhaltung anderer Flächen stecken konnten. Um diese Rasenflächen zu pflegen, hätten sie 13 Mal gemäht werden müssen - laut Bernhardt sind das zwölf Arbeitsstunden im Jahr. Und obwohl sie vorbereitet wurden, der Samen ausgesät wurde, die Wildblumenwiese kontrolliert und teilweise von Müll und Wildkräutern befreit werden musste, wurde der Pflegebedarf für diese Flächen auf etwas mehr als die Hälfte reduziert.

Im März waren die beiden Flächen soweit vorbereitet worden, dass die Saat ausgebracht werden konnte, zwei Monate später waren erste Erfolge auszumachen. Und im Laufe des Sommers entwickelten sich die einstigen Rasenflächen, die nun nicht mehr gemäht werden mussten, zu hübschen und vor allem farbenfrohen Blumenwiesen.

FOTO: Magnus Bernhardt

Nicht nur der Bauhofleiter ist offenbar darüber begeistert, er erhielt auch viele positive Rückmeldungen aus Hückeswagen. Viele hätten sich für die "tolle Idee" bedankt. "Vor allem Hobby-Imker sind begeistert", berichtet er. Hätten doch die Bienen und andere Insekten mehr Nahrung gefunden. Bernhardt geht davon aus, dass auf den beiden Wildblumenflächen bis zu 80 Prozent mehr Insekten zu finden waren, als auf den ursprünglichen Rasenflächen. Direkt unter seinem Bürofenster am Bauhof an der Egener Straße in Wipperfürth hatten im vorigen Jahr ebenfalls erstmals Wildblumen geblüht, und auch diese Wiese kam bestens an: "Viele Spaziergänger, vor allem Eltern mit Kindern, sind stehengebleiben, haben Fotos gemacht oder sich die Bienen angeschaut", erzählt Bernhardt.

Bei den beiden Wildblumenwiesen in der Schloss-Stadt soll es nun nicht bleiben. Zusammen mit Anja Kölsch vom Bauamt der Stadt und Andreas Wohlert, dem Gartenbaumeister des Bauhofs, will Magnus Bernhardt jetzt wieder auf die Suche nach weiteren städtischen Grünflächen gehen, auf denen Wildblumensamen eingesät werden sollen. Denn das Ziel ist es weiterhin, weitere Flächen zu extensivieren, um die freiwerdenden Arbeitsstunden in die Pflege der anderen Flächen zu investieren.

Der Bauhofleiter geht dabei auch den Vorschlägen aus der Bevölkerung nach, die ihn erreicht haben. "Ich kann aber nicht versprechen, ob die sich auch alle tatsächlich für Wildblumenwiesen eignen", betont er. Überprüfen will er aber die Ideen. Wer eine städtische Fläche im Auge hat, die in eine Wildblumenwiese umgewandelt werden könnte, kann sich mit Anja Kölsch unter Tel. 88320 in Verbindung setzen.

Rechnen müssen die Hückeswagener dennoch damit, dass so manche Gründfläche nicht wöchentlich gemäht wird. Denn angesichts des Haushaltssicherungskonzepts fehlt der Stadt das Geld für eine intensive Pflege, zum anderen kann es auch diesen Sommer wieder viel Niederschlag im Wechsel mit Wärmephasen geben, die das schnelle Wachstum des Rasens begünstigen. So mäht der Bauhof seit drei Jahren das erste Mal bereits im April und das letzte Mal erst im November.

Quelle: RP
 
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