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Hückeswagen
Baum als Wegweiser zur Ausstellung

Hückeswagen: Baum als Wegweiser zur Ausstellung
Gerd Hanke (l.) und Alex Gadenbusch vor dem Suchtbaum. Er ist Wahrzeichen und Blickfang der Ausstellung "Lebens(um)wege". FOTO: michael schütz
Hückeswagen. Die Ausstellung "Lebens(um)wege" in Wiehl ist ein bundesweit einzigartiges Dauerprojekt zum Thema Abhängigkeit. Ein "Suchtbaum" macht nun auch im Glasfoyer am Bahnhofsplatz darauf aufmerksam. Von Heike Karsten

Begrünt wurde das Foyer unterhalb des Bürgerbüros am Etapler Platz nicht, dennoch steht seit Donnerstag ein Baum unter dem großen Glasdach. Er ist Wahrzeichen und Blickfang der Ausstellung "Lebens(um)wege" in Wiehl-Bielstein zum Thema Abhängigkeit. Stamm und Äste symbolisieren mehr als 140 Beispiele von Suchtmitteln und Verhaltensweisen, die zu einer Abhängigkeit führen können.

Die Dauerausstellung zum Thema hat der Verein zur Förderung der Suchtprävention im Oberbergischen Kreis (VFS) bereits vor drei Jahren eröffnet. Sie dient in erster Linie der Prävention und Sensibilisierung. Viele Schulklassen, aber auch Erwachsene, Betroffene und deren Angehörige haben die Ausstellung auf etwa 250 Quadratmeter Fläche besucht. Landrat Jochen Hagt regte an, die Ausstellung zu etablieren und im gesamten Oberbergischen Kreis dafür zu werben. Daher geht der Suchtbaum nun auf "Tournee". Nach der Eröffnung im Gummersbacher Kreishaus ist Hückeswagen die erste der insgesamt 13 Gemeinden, die diesem besonderen Baum einen Raum gibt.

Bürgermeister Dietmar Persian freute sich über die Vorreiterrolle. "Wiehl ist schon weit weg, aber das Thema ist so wichtig, dass es irgendwo jeden betrifft", sagte er. Axel Gadebuch (Vorsitzender) und Gerd Hanke vom VFS gefiel der Platz im lichtdurchfluteten Foyer, der viel Durchgangsverkehr von Passanten bietet. Wie wichtig Suchtprävention und auch Suchthilfe ist, weiß Axel Gadebusch aus eigener Erfahrung: "Ich war selbst Alkoholiker. Seit 25 Jahren habe ich keinen Tropfen mehr angerührt. Ich weiß, dass Hilfe möglich ist."

Abhängigkeiten entstehen keineswegs nur durch Stoffe wie Alkohol, Medikamente oder Drogen. Auch die Spiel-, Sex-, Kauf- oder Tobsucht werden unter anderem thematisiert. Betreut wird die Ausstellung ehrenamtlich von Betroffenen, die die Sucht selbst durchlebt haben. Die Reflexionsgespräche mit ihnen hinterlassen bei Jugendliche meistens einen tiefen Eindruck. Und noch eine Besonderheit weist die Ausstellung auf: "Es ist bundesweit die einzige Dauerausstellung zu diesem Thema", betonte Axel Gadebuch.

Vorbild war die seit 2004 erfolgreiche Wanderausstellung "Einfach menschlich", die im Oberbergischen Kreis mehrfach angemietet wurde und auf großes Interesse stieß. "Die Ausstellung und ihre positive Resonanz haben uns so begeistert, dass wir sie dauerhaft installieren wollten", sagte der Vereinsvorsitzende. Das Ergebnis ist sehenswert und vermittelt viele visuelle Eindrücke, die zum Nachdenken anregen und Hilfe für Betroffene und Angehörige aufzeigen.

Empfohlen wird der Besuch der Ausstellung für Schüler ab der achten Klasse. Zwei Stunden Zeit sollten eingeplant werden. Sie kann jederzeit nach Terminvereinbarung von Einzelpersonen und Gruppen bis zu etwa 30 Personen kostenfrei besucht werden. Zuschüsse zu Busfahrten sind möglich.

Quelle: RP
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