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Hückeswagen
Bauwagen für Waldkindergarten ist da

Hückeswagen. Die neue, dann vierte Gruppe des Johannestift-Kindergartens hat ihr Domizil. Wenn die Kinder des Waldkindergartens am 22. August ihren ersten Tag gemeinsam verbringen, ist ihr Bauwagen eingerichtet. Gestern wurde er angeliefert. Von Stephan Büllesbach

Es würde nicht verwundern, würde Pipi Langstrumpf eines der gelben Fenster öffnen und den Kopf aus dem Bauwagen stecken. Denn nicht zuletzt wegen des Schwedenrots, in dem der zehn Meter lange und 2,40 Meter breite Wagen gestrichen ist, werden irgendwie die Geschichten der schwedischen Kinderbuch-Autorin Astrid Lindgren lebendig. Dazu passen auch die gelben Fensterläden und grünen Türen; der Bodenbelag im Inneren ist ebenfalls knallgrün.

Gegen 8 Uhr war ein Schwertransporter gestern Morgen vor dem Altenzentrum Johannesstift vorgefahren. Pflegedienstleiterin Georgina Kovacs, in Vertretung des urlaubenden Heimleiters Matthias Rath, und Kindergarten-Leiterin Katrin Weiler nahmen den Bauwagen entgegen - und hatten sichtlich Spaß, das bunte Gefährt ausgiebig zu erkunden.

Gut eine Stunde dauerte es, bis der Bauwagen abgeladen und für den Weitertransport gesichert war. Sein endgültiger Standort ist der obere Parkplatz des Altenzentrums, an dessen Ende - direkt an einer Wiese - er seit dem Mittag steht. Für den langen Sattelzug war es nicht möglich, die schmale Straße bis zum Parkplatz hochzufahren. Der Hückeswagener Tief- und Landschaftbauer Frank Otto hatte aber einen Radlader zur Verfügung gestellt, der das zehn Meter lange Gefährt durch den Park hinter dem "Haus am Park" bis auf seinen endgültigen Standplatz zog. Von einem fehlenden Geländer und einigen Kleinigkeiten abgesehen ist alles soweit in Ordnung.

Die Leiterin der Waldkindergarten-Gruppe, Sandra Heider, wird den Bauwagen in der übernächsten Woche mit Spielzeug, Wolldecken, Kisten und Töpfen einrichten. Die Garderobe aber ist bereits direkt neben der zweigeteilten Eingangstür angebracht. Die kleine Küchenzeile mit den zwei Wasserkanistern - das Wasser muss jeden Tag frisch herbeigeschafft werden - ist eingerichtet. Ebenso die Rindenmulch-Toilette, die täglich von den Erzieherinnen geleert wird. Und die Regale warten nur darauf, befüllt zu werden.

Von Lampen, Schaltern und Steckdosen abgesehen - dafür wird der Bauwagen an den Strom angeschlossen - ist aber nichts so, wie in einer normalen Kindergartengruppe. Das gilt erst recht für den Alltag der "Waldkinder". Ab dem 22. August marschieren die Erzieherinnen jeden Morgen ab etwa 8.30 Uhr mit einem Wasserrucksack in die Wälder rund um das Johannesstift. Das Wasser dient dabei zum Händewaschen. Schließlich sind die Knirpse der neuen Gruppe vier Stunden draußen unterwegs - bei Wind und Wetter. Nur wenn's zu heftig wird, etwa bei Sturm oder ergiebigem Schneefall, bleiben sie im Bauwagen. Im Wald gibt es weder Kloschüssel noch Waschbecken - für die Hygiene sorgen dann das Wasser aus dem Rucksack und Bioseife. Gegen 12.30 Uhr kehren die Knirpse zurück, um 13 Uhr können sie von ihren Eltern abgeholt werden.

Der künftige Waldkindergarten ist dringend nötig. Denn neue Kita-Plätze werden in Hückeswagen benötigt, werden doch momentan in den vorhandenen Gruppen 13 Kinder mehr betreut als eigentlich vorgesehen ist.

Quelle: RP
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