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Hückeswagen
Bei Magna gibt's aktuell wenig zu lachen

Hückeswagen: Bei Magna gibt's aktuell wenig zu lachen
Im Mai 2014 hatte Werkleiter Thomas Greiner-Adam (r.) noch gut lachen, da lief es anscheinend "rund" bei Magna Powertrain. FOTO: Hans Dörner (Archiv)
Hückeswagen. Die Angst geht um bei Magna Powertrain in West 2. Denn das Management aus Österreich kann die Schließung des Hückeswagener Werks nicht ausschließen. Es geht um 260 Arbeitsplätze. Von Stephan Büllesbach

Magna Powertrain ist mit 260 Mitarbeitern nach Klingelnberg der zweitgrößte Arbeitgeber der Schloss-Stadt. Vor zwei Jahren noch hatte Werkleiter Thomas Greiner-Adam im Gespräch mit unserer Redaktion ein Bekenntnis zum Standort an der Georg-Schaeffler-Straße im Gewerbegebiet Winterhagen-Scheideweg abgelegt. Doch was das Management vorige Woche bei einer Betriebsversammlung kund tat, hört sich jetzt ganz anders an. Wie Marko Röhrig, 1. Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall Remscheid-Solingen, gestern auf Anfrage der BM mitteilte, hätten die Verantwortlichen eine Werksschließung nicht ausgeschlossen. "Was das heißt, kann man sich denken", sagte Röhrig, der für die IG Metall bei der Versammlung dabei war.

Wenn es um Vakuum- und Getriebepumpen für Autos in aller Welt geht, kommen die Hersteller nicht an Magna Powertrain vorbei - das kanadisch-österreichische Unternehmen Magna hatte Ende 2012 den Automobilzulieferer ixetic gekauft. Pro Jahr stellt die Firma mehr als zehn Millionen Pumpen her. Doch jetzt scheinen die hier hergestellten Produkte nicht mehr auf dem technisch aktuellsten Stand zu sein. Die Beschäftigten machen sich daher Sorgen um ihre Arbeitsplätze. Nach BM-Information könnte es sein, dass die Bremskraftverstärker, für die die Pumpen gebaut werden, zukünftig elektrisch betrieben werden. Die aktuellen Modelle funktionieren hydraulisch.

Vor einigen Wochen war die Bezirksleitung der IG Metall zu einem Gesprächstermin beim Magna-Management in Heilbronn gebeten worden. "In einer Präsentation wurde uns dort dargelegt, dass die Produktion im Werk Hückeswagen ausläuft und dessen Zukunft unsicher ist", berichtet Röhrig. "Schnell wurde bei diesem Termin deutlich, dass das Werk in Frage gestellt werde."

Gestern erhielt Bürgermeister Dietmar Persian von der Magna-Firmenleitung in Bad Homburg diese Mail: "Wir können bestätigen, dass die Mitarbeiter des Magna-Werkes in Hückeswagen in einer Mitarbeiterversammlung über die aktuelle Geschäftslage informiert wurden. In diesem Rahmen wurde auch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes angesprochen. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Inhalte dieser Gespräche jedoch vertraulich und werden daher nicht kommentiert."

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall berichtete hingegen, dass das Management auf der Betriebsversammlung zugesichert habe, dass gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern bis September ein Konzept entwickelt werden soll, wie das Werk zukunftsfähig bleiben kann. Gestern erhielt der Betriebsrat laut Röhrig die Kostenzusage für die Hilfe durch Unternehmensberater. "Mit denen wollen wir jetzt das weitere Vorhaben beraten", betonte er. "Ziel ist es, dass das Werk eine Zukunft in Hückeswagen hat."

Persian beobachtet "die Entwicklung mit Sorge". Es gehe jetzt um die 260 Mitarbeiter und deren Familien - das seien viele Leute aus Hückeswagen und der Region. "Wichtig aber ist, dass die Verantwortlichen beider Seiten miteinander reden."

Quelle: RP
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