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Hückeswagen
Beim JC Mifune steht der Mensch im Mittelpunkt

Hückeswagen: Beim JC Mifune steht der Mensch im Mittelpunkt
An den Judo-Vorführungen nahmen auch behinderte Sportler des JC Mifune teil. Seit 2007 werden sie im Verein trainiert. FOTO: Jürgen Moll
Hückeswagen. Der einzige Hückeswagener Judoclub feierte am Samstag in der Realschulturnhalle sein 40-jähriges Bestehen. Von Maren Panitz

Für Veronika Tscheschlog stand schon während der wochenlangen Vorbereitungen für das "Geburtstagsfest" des JC Mifune fest: "Wir sind zwar nur ein kleiner Verein, aber wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig!" So trafen sich am Samstag etwa 80 Freunde, Förderer und Judoka des einzigen Hückeswagener Judoclubs zum abwechslungsreichen Programm in und an der Turnhalle der Realschule.

"Unsere drei Jungtrainer sind für mich eine wichtige Stütze des Vereins", betonte Trainer und Vorsitzender Eddy Tscheschlog, der die Gründung des Vereins im Keller seines Mentors und des ersten Vorsitzenden Günther Meier vor 40 Jahren miterlebte. Marvin Hunker, Christos Garnetidis und Michael Sandler haben inzwischen das Jugendtraining am Donnerstagabend übernommen.

"Ich möchte den Jugendlichen vor allem die wichtigsten Judo-Werte näherbringen", erläuterte Wiedereinsteiger Sandler, der als Kind mit dem Judo begonnen hat. "Diese Werte sind Disziplin, Höflichkeit, korrekte Wettkampftechniken und Spaß am Sport", zählte der Judoka auf. Die Hückeswagener Judoschüler seien sehr gut motiviert. "Immerhin haben wir allein in diesem Jahr schon zwei Erstplatzierungen bei Turnieren erkämpft", berichtete der Jugendtrainer.

Die zehnjährige Ronja Mitchell hat bereits im vorigen Jahr erste Wettkampfererfahrungen gesammelt. "Ich wollte schon nach der Einschulung einen Kampfsport machen", erinnerte sich die Schülerin. Sie mag diesen Sport deshalb so sehr, "weil keine Trainingsstunde wie die andere ist, man jede Woche etwas Neues lernt und die Trainer mit viel Geduld erklären können".

Eddy Tscheschlog, die "Seele" des Hückeswagener Judosports, versuchte seinen Gästen, die Emotionen dieses "sanften" japanischen Kampfsports zu vermitteln. So habe Kyozo Mifune gelehrt: "Wichtig ist nicht, besser zu sein als andere, sondern, besser zu sein, als du es gestern warst." Auch Gastredner Andreas Kleegräfe vom Nordrheinwestfälischen Judoverband fasste die Judo-Besonderheiten zusammen: "Das Sportgerät im Judo ist der Mensch. Kein toter Gegenstand wie zum Beispiel ein Speer, der niemals widerspricht und niemals einen Stimmungswandel erlebt. Der Gegner Mensch hat einen eigenen Charakter, und das macht die emotionalen Erfahrungen in jedem Wettkampf aus."

Veronika und Eddy Tscheschlog machten sich 2007 für die Einrichtung einer zusätzlichen Behindertengruppe stark. Zehn Jahre lang richteten sie in der Schloss-Stadt die Landesmeisterschaften des G-Judo mit behinderten Teilnehmern aus. "Anfangs waren es 30 Kämpfer in der Realschulhalle, zum Schluss standen 210 Wettkämpfer auf den Matten in der Mehrzweckhalle", erinnerte sich Veronika Tscheschlog.

Quelle: RP
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