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Rückblende Hückeswagen Vor 15 Jahren
Belohnung für gestohlenen Adler auf Kriegermahnmal

Rückblende Hückeswagen Vor 15 Jahren: Belohnung für gestohlenen Adler auf Kriegermahnmal
Der Adler ist längst wieder auf dem Kriegerdenkmal an der Bahnhofstraße gelandet, das Original ist aber seit 15 Jahren verschwunden. FOTO: Stephan Büllesbach
Hückeswagen. Ein Diebstahl der besonderen Art ereignete sich im Juni 2002 in der sonst eigentlich beschaulichen Schloss-Stadt. Von Norbert Bangert

Für die Aufklärung dieser Tat, die tagelang für Gesprächsstoff sorgte, erreichte am 16. Juli die BM eine Mitteilung eines Hückeswagener Unternehmens, die von Bürgermeister Norbert Jörgens übermittelt worden war: 500 Euro Belohnung hatte Peter Recknagel ausgelobt, wenn es gelänge, den Adler wiederzubeschaffen, der vom kleinen Kriegermahnmal auf dem Bahnhofsplatz wenige Tage zuvor gestohlen wurde. Das ausgerechnet Peter Recknagel die Belohnung ausgesetzt hatte, war kein Zufall: Einer seiner Vorfahren gehörte zu den 24 Menschen, die in drei Kriegen des 19. Jahrhunderts ums Leben kamen und an die das Mahnmal erinnert. Nachdem Deutschland den Krieg gegen das napoleonische Frankreich gewonnen hatte, wurden aus einer patriotischen Stimmung heraus überall im Land Denkmäler errichtet - so geschehen auch am 2. September 1875 in Hückeswagen.

Ursprünglich befand sich auf dem Quader noch ein Sandsteinaufbau, der jedoch 1935 wegen schwerer Witterungsschäden abgebaut werden musste. Stattdessen wurde später der Bronzeadler, der zuvor auf dem Aufbau thronte, direkt auf den verbliebenen Quader gesetzt. Damit begann eine wechselvolle (Leidens-)Geschichte des Wappentiers. Ausgerechnet wenige Monate vor der 900-Jahr-Feier der Stadt wurde der Greif 1984 erstmals durch Vandalen vom Sockel geholt und später in der Nähe des damaligen Bahnhofgebäudes wiedergefunden. Im Herbst 1996 wurden Denkmal und Adler aufwendig restauriert, woran noch eine Plakette vor dem Quader erinnert. Schon damals hatte dies eine Spende durch die Firma Recknagel Präzisionsstahl möglich gemacht. Schließlich kam es dann im Juli 2002 zum Diebstahl.

Die ausgesetzte Belohnung führte nicht zum Erfolg, der Adler blieb verschwunden. Das vorerst letzte Kapitel in der Geschichte des Mahnmals wurde am 5. April 2010 geschrieben. An diesem Tag installierte der Steinmetzbetrieb Schurg - absolut diebstahlsicher - einen "neuen" Adler, nachdem sich zuvor sowohl der Bergische Geschichtsverein als auch erneut Peter Recknagel um einen Ersatz bemüht hatten. Nachdem die Finanzierung stand und ein historisches Modell gefunden war, konnte im folgenden Monat bei der feierlichen Einweihung gemeldet werden: Der Adler ist gelandet.

Quelle: RP
 
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