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Serie 210 Jahre Pfarrcäcilienchor (ende)
Bemerkenswerte Aufführungen

Serie 210 Jahre Pfarrcäcilienchor (ende): Bemerkenswerte Aufführungen
Seit 2002 leitet Inga Kuhnert den Pfarrcäcilienchor. Unter ihrem Dirigat wurden einige aufwändige Musikwerke aufgeführt. FOTO: Hertgen (Archiv)
Hückeswagen. Der Pfarrcäcilienchor von 1805 blickt auf eine mittlerweile 210-jährige Tradition zurück. In einer jetzt zu Ende gehenden Serie geht die BM auf die Geschichte des gemischten Chors der katholischen Gemeinde ein. Von Franz Mostert

Seit der Nachkriegszeit hat sich der Pfarrcäcilienchor von 1805 stets ökumenisch geöffnet. Neben der eigentlichen Aufgabe im Kalenderturnus des Kirchenjahres haben die Dirigenten - seit 2002 gibt's mit Inga Kuhnert eine Dirigentin - Zeit gefunden, große geistliche und weltliche Konzerte aufzuführen. Unter dem "Genie" Winkelius kam es bereits 1898 zu einem romantisch gefärbten öffentlichen Konzert mit Solisten und Laien-Instrumentalisten. 1903 setzte der Chor die begonnene "Öffnung nach draußen" mit einem Doppelkonzert im "Mayer'schen Saal" fort.

In dem Kirchenchor sangen bis 1950 nur Männer. Zu den großen Messaufführungen holten Hubert Beißel und seine Nachfolger generell jedoch den lange existierenden "Mädchenchor" der Gemeinde dazu. "Die großen kirchenmusikalischen Werke der Vergangenheit und der Gegenwart leben von der gemischten Mehrstimmigkeit", wussten Beißel und seine Nachfolger. So kam es 1950 logischerweise zum Zusammenschluss zu einem gemischten Chor.

Mit Helmut Trott und Willi Köppen wurden erste große "Einspielungen" von insgesamt sechs Orchestermessen und umfangreichen Chorwerken verwirklicht. Die dazu benötigten Bläser und Streicher waren bestens ausgebildete örtliche Laienmusiker. Nach Köppen folgte das 41-jährige Dirigat von Hermann Josef Hacke. Unter ihm wurde der mehrstimmige Messfundus auf 14 klassische, romantische und zeitgenössische, sechsteilige Messen erweitert. Opern-, Operetten- und Musical-Konzerte kamen hinzu.

Der Chor verschrieb sich zeitweilig dem umfassenden Zuccalmaglio-Zyklus, ging mit ihm ins Radio und sang überdies zum angestammten Latein hier und da gern plattdeutsches Liedgut. Mozarts "Requiem" gelang zusammen mit dem Städtischen Musikverein von 1863, und unter Hacke wurden Bach- und Händel-Oratorien aufgenommen. Das Opernkonzert mit den Bergischen Symphonikern 1985 zum Stadtjubiläum "900 Jahre Hückeswagen" füllte schon zur Generalprobe das Forum.

Unter dem steirischen Chorleiter Franz Pirker ist das unvergessene Konzert zur Jahrtausendwende in guter Erinnerung. Eine kurze, aber chorintensive Zeit mit der Regensburgerin Lucia Maria Müller brachte auch den Zusammenschluss mit dem Altenberger Domchor.

Drei Jahre vor dem 200-jährigen Bestehen trat die Kirchenmusikerin Inga Kuhnert ans Dirigentenpult. Mit ihr gelangen solch aufwändige Werke wie Haydns "Schöpfung", liturgieangepasste Messwerke und vor allem eine neue Perspektive für neues Lied- und Motetten-Gut. Zusammen mit Chormitgliedern der Neuapostolischen Gemeinde und großem Instrumental-Aufwand kam es zur Aufführung einer Saint-Saens-Messe.

Verliebt in sein Metier ist der gemischte Chor weiterhin. Das will er wieder heute Abend unter Beweis stellen, wenn er zusammen mit dem Bläser-Quintett "Salaputia Brass" in der katholischen Pfarrkirche ein Konzert gibt.

Quelle: RP
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