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Serie 40. Altstadtfest - Teil 2
Bergische Köche bringen regionale Leckereien auf die Tische

Hückeswagen. Am ersten September-Wochenende wird das 40. Altstadtfest gefeiert. Die BM erinnert in einer Serie unter anderem an die Anfänge. Von Franz Mostert

Hückeswagen Die Resonanz auf die Premiere des Altstadtfestes 1976 war überwältigend. In der Nachlese im Schloss waren sich alle Beteiligten einig: "Genauso haben wir uns das vorgestellt." Am Konzept wollten die Vereinsvertreter und das flugs zusammengestellte Altstadtfest-Komitee unter allen Umständen festhalten. Eine Wiederholung stand nicht zur Debatte. Die Frage war nur, ob das Fest jährlich oder, wie in Lennep, alle zwei Jahre veranstaltet werden sollte. Die Mehrheit entschied sich für den jährlichen Rhythmus, immer am kompletten zweiten September-Wochenende.

Nicht nur die zweite Auflage 1977 kam mit gewollter Nostalgie und viel Originalität daher, sondern inzwischen nach unverbrauchtem Rezept auch weitere 37 Altstadtfeste. Es ist und bleibt ein jährliches Treffen für Besucher aus aller Welt und aller Generationen. Das zeigt sich am Beispiel eines Dauergastes aus New York. Der alte Heukeshowwer fragte ebenso jährlich nach seinen Schulfreunden, wie die ehemalige ATV-Turnerin, die mit 84 Jahren immer noch aus Innsbruck zum Altstadtfest anreist. Viele Hückeswagener planten ihren Urlaub nicht ohne den Blick auf den Festtermin.

Und immer wieder hieß es: "Auf dem Altstadtfest bleibt die Küche zu Hause kalt." Das Angebot an deftig Bergischem nach Großmutters Leckereien und Rezepten der Hückeswagener Landfrauen überwog. Allein am Stand des inzwischen nicht mehr existierenden Kegelclubs "Zwei Hucks" wurden Reibeplätzchen aus 14 Zentnern geschälter Kartoffeln gebacken. Drei Gulaschkanonen waren mit Erbsensuppe gefüllt. Die Hückeswagener Metzger kamen mit der Grillwurst-Produktion nicht nach. Pannas- und Pillekuchendüfte lagen in der Luft. Zeitweise konnte man beim Cäcilienchor "Frünke" Sauerkraut aus sechs Bottichen, die Portion für 50 Pfennig, kaufen. Ein Festgast aus Australien, der die Wirkung wohl nicht kannte, soll auf Posthäuschen nicht mehr vom Klo gekommen sein.

Zu den einheimischen Deftigkeiten gesellte sich Kulinarisches aus der internationalen Küche, wie Pizza, Lasagne, Crêpes und erste Döner. Zu den leiblichen Genüssen kamen die "Durst-Tilger": Bierverleger mussten wider Erwarten sonntagmorgens erneut anliefern. An allen einschlägigen Ständen gab es zugunsten der Kinder Niedrigpreise für Wasser, Limo und Säfte.

Beim Nachgespräch zum vierten "Treffpunkt" mokierte sich CDU-Ratsfrau Elisabeth Hacke ( 2007): "Das Fest verkommt zum Fress- und Sauffest." Die Politikerin hatte beobachtet, dass originelle Angebote, wie Kegelbahn, Büchsenwerfen, "Kinderbelustigung" und Anderes, dem "ungeheuren Verzehr" zum Opfer gefallen waren. Komitee-Mitglied Klaus Manns von den Schützen konterte: "Wenn ich, wie in der Familie auch, Gäste einlade, dann habe ich die Pflicht, sie zu bewirten."

Ungeachtet dessen hielten andere Gruppen und Vereine "ihr Fähnchen hoch" und planen auch jetzt zum 40. Altstadtfest nichts ohne traditionelle Originalität, Festhalten an der ursprünglichen nostalgischen Rückbesinnung und vor allem an Gemütlichkeit unter den Schiefer-Giebeligkeiten des uralten Stadtkerns.

Quelle: RP
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