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Population ist stark gewachsen
Bergische Landwirte beklagen Wildschwein-Plage

Wildschweine wühlen Garten in Wermelskirchen auf
Hückeswagen. Im Bergischen Land gibt es immer mehr Wildschweine. Landwirte beklagen die großen Schäden, die die Tiere anrichten. Nun fordern Sie, die Regeln für die Jagd auf die Tiere zu lockern. Von Stephan Büllesbach

Ab Halloween und in den darauffolgenden Tagen könnte es für die Wildschweine wieder gruselig werden. Denn am 4. November ist der nächste Vollmond, und in den Tagen davor und danach können die Jäger wieder Jagd auf Keiler und Bachen machen. Benötigen die Jäger doch richtiges "Büchsenlicht", um die Tiere sehen und erlegen zu können - helles Mondlicht, das nicht oder nur wenig von Wolken verdeckt wird. "Technische Hilfsmittel sind uns in Nordrhein-Westfalen verboten", sagt Johannes Meier-Frankenfeld, Vorsitzender des Hückeswagener Hegerings. Dazu zählen etwa Taschenlampen oder Nachtsichtgeräte.

Probleme mit Wildschweinen nehmen zu

Doch eine intensivere Bejagung der Wildschweine tut nach Meinung von Jägern und Landwirten Not. Meier-Frankenfeld: "Wir hatten noch nie so viele Probleme seit Ende des Zweiten Weltkriegs wie heute." Das bestätigt Dr. Johannes Tingelhoff, Vorsitzender der Hegegemeinschaft im Hegering: "Die Wildschadensforderungen haben immense Höhen angenommen."

Normalerweise besteht eine Wildschweinrotte aus fünf, sechs Tieren, in Hückeswagen sind schon Gruppen bis zu 20 Tieren gesichtet worden. FOTO: Sander (Archiv)

Die Probleme, vor denen Jagdpächter und Landwirte stehen, sind die gleichen: wie umgepflügt sehen manche Felder aus. Die Spuren sind eindeutig: Hier waren Wildschweine am Werk - und wahrscheinlich nicht nur einzeln ziehende Keiler, sondern ganze Rotten von Muttertieren (Bachen) und Frischlingen. Unter der Grasnarbe suchen sie nach Würmern - die Eiweiß-Lieferanten sind ein Leckerbissen für die Allesfresser.

Jagdpächter zahlen Entschädigungen an Landwirte

Es ist nicht die Not, die die Sauen überall in der Region aufs Grünland treibt: In den zurückliegenden Jahren hat es in jedem Herbst eine üppige Eichelmast in den Wäldern gegeben und damit ausreichend Nahrung für das Schwarzwild. Hinzu kommt, dass auf immer mehr Flächen Mais angebaut wird; auch in die Maisfelder fallen die Wildschweine ein und bedienen sich reichlich. Zurück bleiben die Schäden auf den Weiden und im Mais. Die Jagdpächter haben die Schäden zu reparieren oder - etwa für Schäden in Maisfeldern - den Landwirten eine Entschädigung zu zahlen. "Das kann schonmal in den fünfstelligen Betrag gehen", sagt Tingelhoff.

Meier-Frankenfeld hat festgestellt: Waren die Rotten früher fünf, sechs Tiere stark, sind in Hückeswagener Wälder schon Gruppen von bis zu 20 Tieren von Wildkameras fotografiert worden. "Die gingen dann in die Maisfelder und machten ganze Flächen nieder." Wie auch Tingelhoff fordert er die Erlaubnis zur intensiveren Bejagung.

Unterstützung erhalten die Jäger von Ortslandwirt Dietmar Strack: "Wir brauchen Abschuss-Sondergenehmigungen." Aber da tue sich die Kreisverwaltung schwer; die Untere Jagdbehörde komme nicht aus dem Quark. Dabei sei die Population riesengroß. Strack: "Wir haben das Grünland mit dem Schlepper nachgesät, und wenige Tage später ist wieder alles umgebuddelt."

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Quelle: RP
 
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