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Hückeswagen
Beste bayerische Stimmung im Festzelt

Hückeswagen: Beste bayerische Stimmung im Festzelt
Nach einer kurzen Aufwärmphase war der Bann gebrochen: Die "Blechblos'n" sorgten für richtig gute Stimmung. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Auf besonderen Wunsch von Schützenkönigin Carmen Otto erklangen Samstagabend beim Schützenfest original bayerische Töne aus dem Festzelt. Otto hatte sich die Band selbst ausgesucht.

Die sieben Musiker der "Blechblos'n" aus dem Dachauer Moos bei München brachten das mit knapp 200 Besuchern eher übersichtlich gefüllte Festzelt mit ihrem schnoddrigen Charme und dieser typisch bajuwarischen Leichtigkeit nach einer kurzen Aufwärm- und Fremdelphase ganz schnell und routiniert zum Kochen.

Allerdings musste das Septett zunächst einmal eine eher administrative Tätigkeit übernehmen und das Königspaar samt Entourage mit festlichen Klängen ins Zelt hinein begleiten. Und auch der zweite Titel des Abends hatte mit Begleitung zu tun, schließlich galt es, das Königspaar einen gepflegten Walzer aufs Parkett legen zu lassen. Eine Aufgabe, die das bayerische Septett ebenso problemlos absolvierte, wie Königin Carmen und ihr Mann Frank, die mit einigen anderen Paaren über die Bretter schwoften. Bestens eingestimmt, ging einem guten Teil des Publikums das von Roland Schleifer (Sänger, Bassist und Schlapphutträger) mit schöner Regelmäßigkeit geforderte "Hoch die Gläser, hoch die Miniaturkrüge, Prost, ihr Säcke!" in der Folge immer lockerer von der Zunge.

Überhaupt war die Stimmung bei den professionell und wunderbar spritzig dargebotenen Songs vor allem beim jüngeren Teil des Publikums durchgängig bestens, etwa beim Klassiker "Que sera, sera". Nahtlos weiter ging es mit "Country Roads", das die Stimmung hochkochen ließ.

Da konnte man sich wunderbar vorstellen, dass die Band Anfang August beim größten Heavy-Metal-Festival der Welt, dem Wacken Open Air in Schleswig-Holstein, ebenso gut aufgehoben ist, wie im Festzelt des Schützenvereins. Es war die reine Spielfreude, die den Auftritt der "Blechblos'n" zu einer runden Sache machte. Zwar schmeckte das Bier zu zünftigen Klängen wie "In München steht ein Hofbräuhaus" vor allem im süffigen Abgang. Wenn dann aber die Trompete wie ein gerade frisch geschärftes Filetiermesser ins traditionelle Schunkel-Liedgut hineinstieß und einen frechen Kontrapunkt setzte, die Tuba den groovigen Walking Bass mimte und, nun ja, das Schunkeln mit dem Nachbarn im bestens angeheizten Publikum problemlos klappte, dann war das, was die sieben Bayern da nach Hückeswagen brachten, von einer einfach nur ansteckenden Lebensfreude.

Da war es gar nicht weiter schlimm, dass es diese kurze Anlaufzeit gebraucht hatte, um miteinander warm zu werden. Denn die hohe Betriebstemperatur hielt sich bis zum letzten Ton und wurde auch nicht durch die Unterbrechung durch das Höhenfeuerwerk gedämpft. Da waren eben echte Profis am Werk.

(wow)
 
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