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Diebstahl und Betrug in Hückeswagen
Bewährungsversager erhält letzte Chance vom Gericht

Diebstahl und Betrug in Hückeswagen: Bewährungsversager erhält letzte Chance vom Gericht
Der Mann aus Lindlar hat bereits mehrere Diebstähle begangen. (Symbolbild) FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Hückeswagen. Wie bestraft man einen Menschen, der bereits elf Vorstrafen und zum wiederholten Mal gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hat? Vom Richter am Amtsgericht Wipperfürth erhielt ein 28-jähriger Familienvater aus Russland nun eine letzte Chance.

Im Juli war er von einem Ladendetektiv dabei erwischt worden, wie er in einem Lebensmittelmarkt am Etapler Platz in Hückeswagen zwei Packungen Zigaretten in die Jackentasche gesteckt hatte - ohne zu bezahlen.

"An dem Tag war Kirmes und entsprechend viel los", sagte der Ladendetektiv im Zeugenstand. "Zusammen mit dem Geschäftsleiter haben wir ihn mit ins Büro genommen und dort die Personalien aufgenommen", berichtete er.

Die 50-Euro-Strafe für den Diebstahl bezahlte der Asylsuchende jedoch nicht. "Warum soll ich die zahlen? Ich habe die Zigaretten nicht geklaut", beteuerte der Angeklagte aus Lindlar. Er habe lediglich vergessen, sie zu bezahlen und unterbewusst in seine Tasche gesteckt. Der Familienvater begründete das mit seinem Psychopharmaka-Konsum gegen Depressionen.

Aufenthaltsrecht für Ehefrau und Kinder nicht geklärt

Seit 2010 beging der Lindlarer elf Straftaten wie Betrug und Hehlerei und zudem mehrere, teilweise schwere Diebstähle. Zwei Bewährungsstrafen sind noch nicht verstrichen. Seine Bewährungshelferin stellte ihm dennoch eine gute Sozialprognose: Die Zusammenarbeit verliefe zuverlässig, er habe mehrere Deutschkurse erfolgreich absolviert und den Führerschein gemacht. Auch eine Arbeitsstelle habe er in Aussicht, ließ sie über einen Vertreter vermitteln. Für die Ehefrau und die beiden Kinder des Asylsuchenden ist der Aufenthaltsstatus in Deutschland derzeit noch nicht geklärt.

Obwohl Staatsanwältin wie auch Richter von der Schuld des 28-Jährigen überzeugt waren, fällte das Gericht ein mildes Urteil: eine Freiheitsstrafe von sechs Wochen auf Bewährung sowie 50 Sozialstunden. "Ich will Ihnen wegen zehn Euro die Zukunft nicht kaputtmachen", begründete der Richter das Urteil. Er machte jedoch ebenso deutlich, dass bei einer weiteren Straftat während der dreijährigen Bewährungszeit eine Freiheitsstrafe nicht mehr abgewendet werden kann.

(heka)
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