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Hückeswagen
Bewegende Ausstellung zum Asylrecht

Hückeswagen: Bewegende Ausstellung zum Asylrecht
"Asyl ist Menschenrecht" - so lautet nicht nur der Titel der Ausstellung im Kultur-Haus, sondern das finden auch Bernhard Fedler, Johannes Raschke, Kurt Feisel und Sabine Harbarth (v.l.). FOTO: nico hertgen
Hückeswagen. Die antirassistische Initiative "Kein Mensch ist illegal" eröffnete am Samstagabend die sehenswerte Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht" im Kultur-Haus-Zach. Nur wenige Besucher nutzten die erste Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Von Heike Karsten

Flüchtlingspaten heißen die Ehrenamtler, die sich für die Asylsuchenden in der Schloss-Stadt engagieren. Fluchthelfer werden diejenigen bezeichnet, die Menschen auf der Flucht vor Krieg oder Verfolgung bei Grenzübertritten in ein anderes Land helfen. Negativ wertend werden sie auch Schlepper, Schleuser oder Menschenschmuggler genannt. Doch warum fliehen Menschen überhaupt und welchen Gefahren sind sie auf ihrer Flucht ausgesetzt? Auf diese Fragen gibt eine Ausstellung von "Pro Asyl" Antworten.

Am Samstagabend eröffnete Johannes Raschke, Mitglied der Hückeswagener Ortsgruppe "Kein Mensch ist illegal" (kmii), die Ausstellung im Kultur-Haus-Zach. Es ist die vierte Ausstellung in der Region, wobei die erste im September in Wuppertal-Elberfeld bereits auf großes Interesse stieß. "Es war mir wichtig, dass die Ausstellung auch hierhin kommt", sagte Raschke. Zahlreiche informative Themenplakate zieren in den nächsten drei Wochen die Wände im Kultur-Haus und regen zum Nachdenken an. Die darauf abgebildeten Diagramme und Zahlen sind aufgrund der neusten Ereignisse in der Flüchtlingskrise nicht mehr auf dem aktuellen Stand. "Die Nachrichten überrennen uns", sagte der didaktische Leiter der Ausstellung, Bernhard Fedler. Er möchte in den nächsten Wochen Schulklassen und interessierten Gruppen die Botschaft der Ausstellung näherbringen - nämlich dass alle Menschen ein Recht auf Asyl haben und daher kein Mensch illegal ist. Wie schnell sich das Blatt wenden kann, habe die Silvesternacht in Köln gezeigt, bei der hunderte Frauen von ausländischen Männern belästigt wurden. "Es hat vor allem gezeigt, wie unzureichend in Deutschland das Strafrecht im Bereich Belästigung und sexueller Gewalt ist", sagte Fedler. Zudem hätte sich auf diese Ereignisse rassische Hetze aufbauen können.

Kurt Feisel, Mitglied der kmii-Initiative Wuppertal, berichtete von den Erfahrungen legaler Fluchthelfer und erläuterte den Besuchern die Themenplakate. Darunter finden sich ergreifende Bilder, wie die in der Agäis angeschwemmten Ausweispapiere. "Der Mensch, dem sie gehörten, wurde nie gefunden", sagte Feisel. Erschreckend auch die Fotos vom ehemaligen Kindergefängnis in Pagani auf Lesbos und dem größten Flüchtlingslager der Welt in Kenia, in dem mehr als 400.000 Menschen leben - abgeschottet von der Gesellschaft und ohne Zukunftschancen.

Die musikalischen Beiträge der Gruppe j.caput-Project untermalten die Ausstellungseröffnung mit themenbezogenen Texten. "Wer zieht Grenzen hier auf dieser Welt" und "Jeder hat das Recht zu leben, wo er will", waren Textzeilen der sozialkritischen Lieder.

Zur Vernissage waren nur wenige Interessierte gekommen, darunter Bürger, die sich bereits als Paten für die Flüchtlingshilfe in Hückeswagen engagieren. Erweitert wurde die Ausstellung um ein Aquarell der Hückeswagenerin Gisela Hager. Ihr Bild "Die Flucht 2015" mit dem Gesicht eines Afrikaners und mehrerer überfüllter Flüchtlingsboote, reihte sich nahtlos in die Ausstellung ein. "Ich habe es gemalt, als die Probleme in der Flüchtlingskrise hochkochten", sagte die Hobby-Malerin.

Im Laufe der Ausstellung sollen weitere Themenabende zu den Fluchtursachen und der Willkommenskultur folgen, immer mit dem Ziel, zu informieren sowie Vorurteile und Ängste abzubauen.

Quelle: RP
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